Einstiegsgehälter

Frauen verdienen von Anfang an weniger als Männer

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Sie haben die besseren Noten, waren öfters im Ausland und engagieren sich mehr. Dennoch verdienen Absolventinnen schon in ihrem ersten Job um 3000 Euro im Jahr weniger als ihre männlichen Kollegen.

Dass Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer ist eine erwiesene Tatsache. Der Grund für diesen Verdienstunterschied wird meist in der Erwerbsbiografie der Frauen gesucht. In einer Studie für die Hans-Böckler-Stiftung gehen die Professorin Kirsten Wüst und die Diplom-Psychologin Brigitte Burkart von der Hochschule Pforzheim der Frage nach, ob diese Einschätzung richtig ist.

Frauen haben oft familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen, arbeiten häufiger in Teilzeit und besetzen seltener eine Führungsposition. Typische Frauenberufe sind schlechter bezahlt als Männerberufe - die Fakten sind bekannt. Aber sind die Gehälter von Frauen und Männer wirklich gleich, wenn ihre Ausgangspositionen identisch sind? Werden Frauen und Männer einheitlich entlohnt, wenn sie die identische Stelle innehaben und die gleiche Erwerbsbiografie aufweisen?

Der Forschungsansatz der Pforzheimer Wissenschaftlerinnen ist klar: Wenn der Grund für den Gehaltsunterschied wirklich in der Erwerbsbiografie zu finden ist, müssten Frauen bei gleichem Studienabschluss und einem Vollzeitjob zumindest beim Berufseinstieg ein vergleichbares Gehalt beziehen wie ihre männlichen Konkurrenten. Das ist aber nicht der Fall.