Studie E-Invoice im Mittelstand und Großunternehmen

Elektronische Rechnungen - Skandinavier aufgeschlossen, Deutsche skeptisch

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Rechnungen wird es auch in den nächsten Jahren vor allem auf Papier geben. Doch nordische Länder stehen vor dem digitalen Umstieg, während man hierzulande abwartet und mit Gesetzen kämpft.

Der elektronische Versand und Empfang von Rechnungen hat sich in vielen Unternehmen bisher nicht auf breiter Linie gegenüber der Briefpost durchgesetzt. Doch es kommt Bewegung in die Anwendergemeinde, wenn auch mit erheblichen regionalen Unterschieden. Dies belegt jetzt eine länderübergreifende Studie der Marktforscher von TNS Gallup im Auftrag des Anbieters von Dokumenten- und Informationslogistik Itella.

Über 1600 kleine und mittelständische Firmen (5 bis 250 Mitarbeiter) sowie größere Unternehmen (ab 250 Mitarbeiter) in Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark und Deutschland wurden hierfür zwischen März und April 2008 befragt. Sie stammten laut TNS Gallup aus allen Branchen, außer der öffentlichen Verwaltung, Gesundheitswesen, Verteidigung und Bildungseinrichtungen. Hierzulande gaben 450 Firmen Auskunft, davon 75 mit mehr als 250 Mitarbeitern.

Rechnungsversand

Grundsätzlich bestätigen die Befragten aller Länder, dass die Menge elektronischer Rechnungen insbesondere in größeren Unternehmen zunimmt. Sie dominieren aber bei weitem nicht den entsprechenden Schriftverkehr. Immerhin erwarten 80 bis 90 Prozent aller skandinavischen Firmen, dass sie neben Briefen in den kommenden drei Jahren auch E-Invoices verschicken. Von ihren deutschen Kollegen erwarten dies nur 65 Prozent. Allerdings gehen im Norden nur zehn Prozent der Befragten davon aus, dass ies in naherr Zukunft nur noch elektronisch zugehen könnte. In Deutschland glaubt dies keiner.

Im Vergleich zu einer entsprechenden Studie, die Itella vor zwei Jahren in Auftrag gegeben hatte, könne man aber aber auch in Deutschland eine gestiegene Nutzung bei kleinen und mittleren Firmen feststellen. Aktuell verschicken im Durchschnitt 20 Prozent aller skandinavischen und deutschen Firmen neben der Briefpost auch elektronische Rechnungen. In Dänemark sind es bereits 35 Prozent, in Norwegen nur neun Prozent. In Finnland und Schweden halten es über 50 Prozent der Firmen für wahrscheinlich, dass auch sie in den kommenden drei Jahren auch elektronisch Rechnungen aussenden werden.