IT-Governance

Eine gesteuerte IT ist unter dem Strich preiswerter

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Wer sich von der IT-Governance ein Instrument zur direkten Kostensenkung erhofft, wird enttäuscht sein. In der Praxis überwiegen die strategischen, nicht die operativen Vorteile.

Wohin entwickelt sich die IT-Steuerung im Unternehmen? Unter diesem Titel starteten die COMPUTERWOCHE und die in Hamburg ansässige Schickler Unternehmensberatung im Spätherbst vergangenen Jahres eine Anwenderbefragung. Mit acht Prozent der insgesamt 600 Aussendungen war der Rücklauf zwar geringer als erhofft, aber wie der für die Studie verantwortliche Schickler-Geschäftsführer und -Partner Dirk Trapp versichert, lassen sich aus den vorhandenen Daten durchaus verlässliche Schlüsse ziehen.

Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich dort eine IT-Governance etabliert.
Je mehr Mitarbeiter ein Unternehmen hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich dort eine IT-Governance etabliert.
Foto: Schickler

Demzufolge verfügen zwei von fünf Unternehmen heute schon über eine dokumentierte IT-Governance. Der Anteil steigt proportional zur Betriebsgröße: Von den Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern kann nur jedes zehnte ein IT-Governance-Dokument vorweisen, bei den Konzernen mit mehr als 10 000 Mitarbeitern trifft das auf beinahe zwei Drittel zu. Daneben gibt es eine Reihe von Organisationen, die angeben, eine IT-Governance zu planen oder einzuführen, ohne sie aber dokumentiert zu haben. Addiert man sie zu den Betrieben mit dokumentierter IT-Governance, so liegt die Durchdringung bei den Großkonzern nahe an 100 Prozent, hinsichtlich der Unternehmen mit 2000 bis 10 000 Mitarbeitern immerhin noch bei 80 Prozent.

Erstaunlich viele Umfrageteilnehmer (etwa die Hälfte derjenigen, die eine dokumentierte IT-Governance haben) sind schon den größten Teil des Weges zu einer IT-Steuerung gegangen. Sie geben an, in ihrem Unternehmen werde die IT-Governance bereits "gelebt" (40 Prozent) beziehungsweise nach einem definierten Prozess optimiert (zehn Prozent).

Was ist IT-Governance?

So definiert die Schickler Unternehmensberatung den Begriff.

  • IT-Governance ist ein kompaktes Regelwerk zur Ausrichtung und Steuerung der IT im Unternehmen.

  • Sie ersetzt nicht das operative IT-Management, aber sie unterstützt dessen Effizienz.

  • Sie wird von den Strategien des Gesamtunternehmens und - daraus abgeleitet - der Geschäftsfelder getragen.

  • Folglich hilft die IT-Governance, ein Business-Alignment zu erreichen.

  • Dadurch lässt sich die Beziehung zwischen Fachbereichen und IT nachhaltig verbessern.