Die Meta Group gibt es nicht mehr

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Gartner hat den Konkurrenten vollständig integriert und will mit Consulting-Aufträgen wachsen.

Hier lesen Sie…

  • was sich Gartner von der Übernahme verspricht;

  • mit welchen Angeboten Gartner wachsen möchte;

  • welche Stärken und Schwächen das Haus hat;

  • auf welche Konkurrenten der Anbieter trifft.

Gut zwei Monate nach der Übernahme der Meta Group gewährte die deutsche Geschäftsführung des Marktforschungs- und Beratungshauses Gartner erstmals einen Blick in die künftige Marschrichtung des Unternehmens. "Das internationale Management hat Deutschland als einen von drei strategischen Märkten definiert. Ein Grund - sicher nicht der einzige - für die Akquisition war, dass die Meta Group über eine sehr gute Marktpräsenz in Deutschland verfügte", erläutert Tobias Frydman, Vice President und Country Leader bei der Gartner Deutschland GmbH in München.

Gemeinsam werde man die lokale und vertikale, also an Branchen ausgerichtete Marktforschung vorantreiben. Zudem wolle man im hiesigen Consulting-Bereich bis zum Jahresende deutlich zulegen. Genauere Angaben machte Frydman nicht, nur soviel ließ er sich entlocken: "Im Consulting-Bereich sehen wir signifikantes Wachstum. Für das gesamte deutsche Geschäft streben wir eine Zuwachsrate im deutlich zweistelligen Prozentbereich an." Wie jedes börsennotierte US-amerikanische Unternehmen geizt Gartner mit Details über lokale Aktivitäten.

Zumindest was die Meta-Group-Integration betrifft, gibt sich auch das internationale Gartner-Management sehr zugeknöpft. Das US-amerikanische Marktforschungshaus Outsell schätzt, dass Gartner weltweit 40 Prozent der Meta-Group-Analysten aussortiert hat. Auch in Deutschland wurde entlassen: Vor dem Merger beschäftigte Gartner hierzulande rund 80 Mitarbeiter, die Meta Group hatte 55 Experten in Lohn und Brot. "Wir haben in Deutschland über 100 Beschäftigte. Nicht jeder Mitarbeiter wollte den Wandel mittragen", erläutert Frydman.

Die verbliebenen Angestellten sollen den weltweiten Jahresumsatz 2005 auf bis zu einer Milliarde Dollar hochschrauben. Im vergangenen Jahr beliefen sich die Einnahmen von Gartner auf 894 Millionen Dollar, die Meta Group zählte zum Jahresende rund 141 Millionen Dollar in den Kassen.

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