Was Personalchefs nervt

Die Lügen der Bewerber

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Sie haben eine Lücke im Lebenslauf? Wer seine Beschäftigungsdaten frisiert oder seine Zuständigkeiten aufbläst, kann leicht auf die Nase fallen. Personaler entdecken immer mehr Lügen im Lebenslauf.

"Schon seit 1970 arbeite ich mit Microsoft Windows". Über die Behauptung des Bewerbers konnte der Personal-Manager nur den Kopf schütteln, schließlich wusste nicht einmal Bill Gates zu dem Zeitpunkt, dass er eine Firma namens Microsoft gründen wird. Gates war zu dem Zeitpunkt gerade einmal 15 Jahre alt.

Auch wenn solche haarsträubenden Fehler selten vorkommen, lügen Bewerber öfter als sie zugeben. Das legt eine Umfrage des Jobportals von CareerBuilder.de unter 238 Personalchefs und Angestellten nahe. Während nur sechs Prozent der befragten Angestellten zugeben, schon einmal unwahre Angaben in ihrem Lebenslauf gemacht zu haben, erklärt jeder zweite Arbeitgeber, schon solche Lügen entdeckt zu haben.

Dabei beschönigen Bewerber ihre Verantwortlichkeiten, ihre Fähigkeiten oder ihre Beschäftigungsdaten. Beim akademischen Grad schummeln nur acht Prozent. "Schon geringfügige Änderungen der Daten oder die übertriebene Darstellung von Verantwortlichkeiten können Bewerber unglaubwürdig machen", sagt Severin Wilson, Managing Director von CareerBuilder.de. Entdecken Personalchefs unwahre Angaben im Lebenslauf, lehnen 46 Prozent von ihnen den Bewerber automatisch ab. Weitere 41 Prozent berücksichtigen den Kandidaten zwar weiter, stellen ihn aber letztlich nicht ein.

Wer mit seiner Bewerbung positiv auffallen will, muss nicht nur ehrlich, sondern auch konkret sein. Karriereexperte Wilson empfiehlt, spezielle Errungenschaften hervorzuheben, die für die Stelle relevant sind. Weiter sei es sinnvoll, die Leistungen bei früheren Arbeitgebern anhand konkreter Ergebnisse zu veranschaulichen.

Inhalt dieses Artikels

 

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Was Personaler richtig nervt?

Was soll denn dieser Titel? Auf was für einem Niveau wird hier eigentlich diskutiert?

Fällt das geradezu unverschämte Gehabe hinter einer solchen Überschrift wirklich niemandem mehr auf? Ist es nun Normalität?

Sind neuerdings Personaler Übermenschen, denen es jeder andere auf jeden Fall Recht machen muss, sonst drohen negative Konsequenzen?

Gelten nach der Arbeitsmarkt-Gehirnwäsche keine normalen menschlichen Verhaltensweisen mehr?

Ich gewinne immer mehr den Eindruck, dass diese Personalerei zum Selbstzweck wird und sich von ihrer eigentlichen Kernaufgabe -
der bedarfsgerechten Personalbeschaffung/-entwicklung - völlig entkoppelt.

Leider muss man - bevor man es mit "normalen" Kollegen zu tun bekommt, die am Puls des Unternehmens arbeiten - an den Personalern vorbei.

Wie bullige Türsteher vor einer Nobeldisco, die ansonsten allenfalls durchschnittliche persönliche Erfolge vorzuweisen haben, bauen sich die Personaler vor verschlossenen Türen des Unternehmens auf. In dieser Position können sie sich, grotesk, wie KZ-Wachen über die Bewerber-Untermenschen aufschwingen und mit einem Fingerschnipps entscheiden wer reinkommt und wer nicht, wer weiterleben darf und wer nicht.

Und wehe das Verhalten der Bewerber nervt sie. QUALIFIKATIONEN DER BEWERBER, die für ein Unternehmen WERTVOLL sein können,

sind dann nur noch Nebensache (?) - Hauptsache der Personaler fühlt sich pudelwohl und ist nicht genervt.

Was ist denn mit Controllern und Ingenieuren, die fachlich spitze, aber eben KEINE Verkäufer sind? Werden die vom genervten Personaler abserviert, weil sie nicht darin geübt sind sich in Szene zu setzen? Kindergarten! Und das ist so in Ordnung, dass "Blender" gut durchkommen?

Man sollte sich auch als mündiger Personaler oder sogenannter Karrierecoach die Frage stellen, ob so ein künstliches "genervtes" Getue in Zeiten von Fachkräftemangel und sinkenden Geburtenraten noch zeitgemäß und (vor Allem für das Unternehmen!) zweckdienlich ist.

Und darüber hinaus: ob man bei funktionierendem eigenen gesunden Menschenverstand 08/15-Fragen nach Stärken/Schwächen oder "Warum haben Sie sich gerade für diese Stelle / dieses Unternehmen entschieden?", "Warum sollte man gerade Sie einstellen?" etc. herunterleiern muss (denn die Antworten stehen meist in den Bewerbungsunterlagen - dazu wurden sie erfunden).

Das ist nämlich etwas was normale MENSCHEN wirklich nervt.

Also liebe Personaler, hebt nicht ab, nehmt die Personaler-Selbstzweck-Literatur nicht für bare Münze und setzt euren eigenen VERSTAND ein.

Man kann manchmal DAS WESENTLICHE aus den Augen verlieren und sich sehr täuschen (wie viele Beispiele zeigen): http://www.welt.de/sport/fussb...

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