Business Intelligence

Die Lage bei Cognos nach dem Kauf durch IBM

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Erstmals hat der Hersteller unter neuem Eigentümer Weiterentwicklungen seiner Produkte für Business Intelligence vorgestellt. Sie versprechen eine bessere Integration, mehr Bedienkomfort und endlich eine einfachere Migration. Derweil gibt sich die Cognos User Group optimistisch.

Mit Cognos hatte IBM im November 2007 für fünf Milliarden Dollar einen der größten Anbieter von Business-Intelligence-Software (BI) vom Markt gekauft. Während vergleichbare Übernahmen wie die des BI-Konkurrenten Business Objects durch SAP für Kritik und Unsicherheit im Markt sorgten, sahen Marktbeobachter in der Ehe Cognos-IBM von Beginn an eine sinnvolle Kombination von Produkten und Ressourcen. Dennoch gab es auch Befürchtungen, das BI-Geschäft und die technische Entwicklung von Cognos könnten aufgrund der bereits bestehenden Produktvielfalt an Software und Hardware sowie der komplexen Konzernstrukturen der IBM an Schwung verlieren.

Berichte von Cognos PowerPlay einfacher migrieren

Das bereits zweite Release-Update der BI-Plattform "Cognos 8 BI" in nur acht Monaten - und das erste unter Leitung der IBM - soll nun zeigen, dass die Produktentwicklung unvermindert weitergeht. Es kommt in diesem Quartal als Version 8.4 auf den Markt und bringt eine Reihe wichtiger Neuerungen. Vor allem für Anwender, die bisher nicht den Umstieg von der Vorgängerarchitektur "Cognos Series 7" auf die seit Ende 2005 gebotene Plattform Cognos 8 BI gewollt oder gewagt haben, eröffnet IBM erstmals einen praktikablen Migrationspfad. Ließen sich bisher mit dem viel genutzten Olap-Server "Cognos Powerplay" entwickelte Berichte nur mit erheblichen Anpassungen auf Cognos 8 BI überführen, ist nun eine laut Anwendern weitgehend problemlose Migration möglich.

Rund 500 Teilnehmer verzeichnete die diesjährige Kundenveranstaltung Cognos Performance.
Rund 500 Teilnehmer verzeichnete die diesjährige Kundenveranstaltung Cognos Performance.

Der Grund hierfür liegt unter anderem in der Integration des Powerplay-Werkzeugs "Powerplay Studio" in Cognos 8 BI, das nun bei der Übernahme bestehender Berichte hilft. Für Berichte, die mit dem früheren Reporting-Server "Cognos Impromptu" erstellt wurden, steht allerdings derzeit noch keine vergleichbare Lösung zur Verfügung.

Cognos-Kunden halten an Series 7 fest

Auch betonten jetzt Mitglieder der Cognos User Group (Deutschland, Österreich, Schweiz) auf der Kundenveranstaltung "Performance 2008" in Mainz, dass nach ihren Schätzungen immer noch mehr als die Hälfte aller Cognos-Kunden hierzulande auf Series 7 arbeiten und auch nicht unbedingt an einen Umstieg denken. Dies hatte Cognos vor einiger Zeit dazu gezwungen, die bereits abgekündigte Wartung und Weiterentwicklung der BI-Suite zurückzunehmen.