Die ITK-Zukunft ist mobil

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
In den nächsten Jahren werden Mobilfunk und Wireless-Techniken alle Lebensbereiche durchdringen. Die Weichen werden jetzt gestellt.

Analog zum Web 2.0 haben die Berater und Marktforscher von Gartner nun das "Mobile Business 2.0" ausgerufen. Auf dem Kongress "Wireless and Mobile Summit" in London lautete die Kernbotschaft:

In Deutschland erwartet kein TK-Ausrüster und kein Handy-Hersteller, dass seine Umsätze in diesem Jahr fallen. Die große Mehrheit rechnet mit glänzenden Geschäften.
In Deutschland erwartet kein TK-Ausrüster und kein Handy-Hersteller, dass seine Umsätze in diesem Jahr fallen. Die große Mehrheit rechnet mit glänzenden Geschäften.

"Mobile Computing wird auch in Unternehmen zum Mainstream". Folgende Trends identifizierten die Gartner-Consultants im Einzelnen:

Mobilfunk-Carrier unter Druck

"Große Internet-Konzerne wie Google und Yahoo bringen die Mobilfunknetz-Betreiber in Zugzwang", sagte Nick Jones, Vice President und für Mobilfunk zuständiger Analyst bei Gartner. Der Web-2.0-Trend und die Möglichkeit, von unterwegs aus breitbandig auf Web- Inhalte zuzugreifen, unterstützten diese Entwicklung. Google & Co. wollten zumindest einen Teil der Umsätze abzwacken, die TK-Konzerne mit Abermillionen von Mobilfunknutzern generieren.

"Die Internet-Größen sind in der Lage, bewährte Geschäftsmodelle empfindlich zu stören, um an dieses Ziel zu gelangen", so Jones. Sie seien daran gewöhnt zu experimentieren und legten dabei ein hohes Tempo vor. Anders als die Carrier haben die Internet-Champions keine Mobilfunkumsätze, die zu schützen wären, und keine einschlägige Kundenbasis. Sie können Erfolgversprechendes auf der grünen Wiese ausprobieren und kooperieren, wann und mit wem sie wollen.

Vodafone und T-Mobile machen sich diesen Umstand zunutze, indem sie Googles Suchmaschine in ihren Diensten "Vodafone Live" beziehungsweise "Web’n’walk" verwenden. Dass von Google & Co. jedoch mehr als nur die Web-Suche zu erwarten ist, zeigen Dienste wie etwa Google Maps. "In diesem Rennen geht es um Innovationen", so Jones. "Die Mobilfunk-Carrier sind dabei nicht in der Pole Position."