Microsoft heftet sich an Googles Fersen

Deutschlands beliebteste IT-Arbeitgeber 2012

Alexander Freimark ist freier Journalist in Bad Aibling.
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Google bleibt Deutschlands beliebtester Arbeitgeber bei IT-Absolventen. Aufsteiger des Jahres im Trendence Graduate Barometer 2012, das der COMPUTERWOCHE exklusiv vorliegt, ist jedoch Microsoft. Traditionelle IT-Konzerne und Beratungshäuser tun sich hingegen immer schwerer, den akademischen Nachwuchs zu begeistern.
Google ist auch dieses Jahr wieder der beliebteste Arbeitgeber für IT-Absolventen. Im Bild ein 'Büro' der Hamburger Niederlassung.
Google ist auch dieses Jahr wieder der beliebteste Arbeitgeber für IT-Absolventen. Im Bild ein 'Büro' der Hamburger Niederlassung.
Foto: Google

Seit 2008 ist der Internet-Konzern Google der beliebteste Arbeitgeber für IT-Absolventen deutscher Hochschulen - daran hat sich auch 2012 nichts geändert. Zwar gab der aktuelle Wert für Google etwas nach, doch gleichzeitig stürzte IBM, der Zweitplazierte des Vorjahres im "Trendence Graduate Barometer German IT Edition", mit einem Minus von 3,7 Prozentpunkten deutlich tiefer ab. Erst 2007 war Google von Null auf Platz 2 der Charts gestürmt, ein Jahr später hatte das Unternehmen die Spitze des Feldes von SAP übernommen. Seitdem liegt die Suchmaschine mit leichten Schwankungen unangefochten in Front.

Mehr Gehalt und weniger Arbeitsstunden

Im Fokus der jährlichen Untersuchung von Trendence steht die Frage, welche Unternehmen als potenzielle Arbeitgeber als besonders attraktiv gelten beziehungsweise bei welchem Arbeitgeber sich ein IT-Absolvent am ehesten bewerben würde. "Die Studierenden sind sehr selbstbewusst und optimistisch", berichtet Jörn Klick, Senior Account Manager bei Trendence, über die Mitarbeiter von Morgen. Absolventen im Bereich IT seien sich durchaus darüber im Klaren, dass sie in Zeiten des aufziehenden Fachkräftemangels eine gesuchte Spezies sind: "Häufig haben sie sich sehr gut über den Arbeitsmarkt informiert und wissen, dass Unternehmen bisweilen unter Druck stehen, den richtigen Nachwuchs zu finden." Da erscheint es folgerichtig, dass der IT-Nachwuchs im Durchschnitt mit einem Jahresgehalt von 45.000 Euro kalkuliert - der höchste Stand aller Zeiten. Gleichzeitig schrumpfte die erwartete Arbeitszeit erstmals seit Beginn der Studie im Jahr 2002 auf unter 43 Wochenstunden. Zudem gehen die Befragten davon aus, im Durchschnitt deutlich weniger Bewerbungen schreiben zu müssen als in den vergangenen Jahren, die vom Nachhall der Finanzkrise geprägt waren.

Optimistische Studenten

Die hohe Nachfrage nach Experten zeigt sich auch im so genannten "Trendence’o’meter", das angibt, wie zuversichtlich die Studierenden in ihre berufliche Zukunft blicken. 2012 stieg dieser Optimismusindikator auf den zweithöchsten Stand seit 2003. Nur im Boomjahr 2008 war die Zuversicht höher. "Der Optimismus ist genauso schnell wieder gestiegen, wie er im Zuge der Krise in den Keller gerauscht war", sagt Trendence-Manager Klick. So würden die Bewerber heute sehr schnell auf Veränderungen reagieren und ihre Erwartungen entsprechend anpassen. Dies betreffe nicht nur ihren Optimismus, sondern auch ihre grundsätzliche Einstellung zum Arbeitgeber: "Die Absolventen haben durchaus mitbekommen, wie schnell mancher Arbeitsplatz in der Krise wieder verloren war. Niemand rechnet heute mehr damit, über Jahrzehnte bei dem Unternehmen beschäftigt zu sein, bei dem er einst seinen Einstiegsjob gefunden hat."

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