PAC/Berlecon

Deutsche Unternehmen haben keine Mobility-Strategie

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Einer neuen Studie von PAC/Berlecon zufolge ist Mobilität in deutschen Unternehmen zwar zum festen Bestandteil des Geschäftslebens geworden, die meisten Unternehmen verfolgen jedoch keine langfristige Mobility-Strategie.

ITK-Verantwortliche erkennen demnach zwar dringenden Handlungsbedarf, haben aber weder Budget noch Investitionspläne, um diesen zu adressieren.

Nicole Dufft von PAC/Berlecon sieht "erhebliche Diskrepanzen zwischen Handlungsbedarf und geplanten Investitionen".
Nicole Dufft von PAC/Berlecon sieht "erhebliche Diskrepanzen zwischen Handlungsbedarf und geplanten Investitionen".
Foto: Berlecon Research GmbH

Die Mobilität des Geschäftslebens und die Nutzung mobiler Technologien wie Smartphones oder Tablet-PCs haben laut PAC/Berlecon in den vergangenen Jahren rasant zugenommen: In mehr als 50 Prozent aller Unternehmen arbeitet mindestens jeder zehnte Mitarbeiter regelmäßig außerhalb des Unternehmens oder auf dem Firmengelände mobil. 80 Prozent aller Unternehmen setzen Smartphones ein, rund eine Viertel nutzt bereits Tablet-PCs im Geschäftsalltag.

Dennoch muss Nicole Dufft, Senior Vice President bei PAC/Berlecon, konstatieren: "Trotz dieser starken Nutzung verfolgt nur etwa jedes dritte Unternehmen eine langfristige Mobility-Strategie. Symptomatisch für das wenig strategische Vorgehen ist, dass fast die Hälfte aller deutschen ITK-Verantwortlichen ihr Budget für mobile Technologien in ihrem Unternehmen nicht beziffern kann. Und wenn die Budgets bekannt sind, stehen meist nur sehr begrenzte Mittel für Mobility-Lösungen zur Verfügung." Jedes dritte Unternehmen veranschlage für mobile Endgeräte, Anwendungen und Lösungen sowie Mobilfunkgebühren weniger als zehn Prozent des gesamten ITK-Budgets.

Die Aguren sehen damit die ITK-Verantwortlichen vor einem Dilemma: Sie sehen zwar in fast allen Mobility-Bereichen akuten Handlungsbedarf, aber nur selten wird diesem mit entsprechenden Investitionsplänen begegnet. Damit besteht die Gefahr, dass die Effizienz mobiler Mitarbeiter leidet und Sicherheitsrisiken mobiler Technologien nur unzureichend adressiert werden.

Der Erhebung zufolge dominiert in den Unternehmen derzeit - und auch auf den Einkaufslisten - klar das iPhone- und iPad-Betriebssystem iOS von Apple. Die BlackBerry-Plattform von RIM und Windows Mobile bzw. Phone 7 von Microsoft folgen mit einigem Abstand. Trotz Heterogenität der Plattformen setzt nur ein Drittel der Unternehmen auf Device-Management-Lösungen. "Das weist auf eine noch stark händische Administration hin, die viele Ressourcen bindet. Auch die Option, Mobility Services von einem externen Dienstleister zu beziehen, wird von vielen Unternehmen offenbar noch nicht wahrgenommen", kritisiert Melanie Flug, Analystin bei PAC/Berlecon.

In rund 80 Prozent der Unternehmen gehört der mobile Zugriff auf E-Mail, Kalendersysteme und Kontaktverzeichnisse mittlerweile zum Standard und wird kontinuierlich ausgebaut. Innovative Kommunikationsfunktionen und -Anwendungen sind jedoch kaum verbreitet. Typische Unified-Communications-Funktionen wie Instant Messaging und Präsenzanzeige sowie Mobile CTI sind in den meisten Unternehmen noch nicht nutzbar.

Auch mobile Lösungen zur Optimierung von Geschäftsprozessen wie etwa mobile ERP- oder CRM-Applikationen sind aktuell nur in etwa jedem fünften Unternehmen zu finden. Nicole Dufft weiter: "Auch hier zeigen die Befragungsergebnisse erhebliche Diskrepanzen zwischen Handlungsbedarf und geplanten Investitionen. Um das Potenzial mobiler Mitarbeiter voll auszuschöpfen, muss diese Lücke geschlossen werden."

Für die Studie wurden 169 ITK-Verantwortlichen und CIOs aus deutschen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern befragt. Erstellung und Verbreitung wurde finanziell unterstützt von arvato services GmbH, IBM Deutschland GmbH, Microsoft Deutschland GmbH, Siemens Enterprise Communications GmbH & Co. KG und Telekom Deutschland GmbH. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.berlecon.de/mobility2011.