Gartner

Deutsche CIOs sind aufgeschlossen gegenüber Cloud Computing

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Jeder vierte IT-Chef ist bereits mit Cloud Computing befasst, sogar 70 Prozent wollen ihre Sourcing-Strategien in den nächsten zwei bis drei Jahren anpassen, haben die Analysten von Gartner herausgefunden.

Unter den Prioritäten deutscher CIOs liegt Cloud Computing auf dem dritten Rang. An erster Stelle rangiert ERP, gefolgt von Business Intelligence (BI) und Analytics. Das berichtet Frank Ridder, Managing Vice President bei Gartner, der die Antworten von 60 deutschen Teilnehmern an der weltweiten CIO-Befragung von Gartner (2300 CIOs weltweit) gesondert ausgewertet hat. Demnach haben 26 Prozent der hiesigen CIOs bereits "signifikante Cloud-Investitionen" getätigt, weltweit sind es 25 Prozent.

Deutsche CIOs sind aufgeschlossen gegenüber Cloud Computing
Deutsche CIOs sind aufgeschlossen gegenüber Cloud Computing
Foto: Natalia Merzlyakova, Fotolia.com

Unter den Cloud-affinen CIOs hierzulande spielt Software as a Service (SaaS) die wichtigste Rolle (73 Prozent), Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) folgen mit 47 Prozent beziehungsweise 33 Prozent.

Die Motivation, sich mit Cloud Computing zu beschäftigen, liegt bei deutschen IT-Chefs vor allem im Zugewinn an Agilität und der Chance, in ihrem Unternehmen Innovationen zu verankern. Auch im weltweiten Vergleich spielt das Plus an Agilität die wichtigste Rolle, allerdings folgen dann die Kosten, Innovation wird erst an dritter Stelle genannt.

Outsourcing bleibt ein wichtiges Thema

Laut Gartner ist derweil das Outsourcing in Deutschland zu einer hohen Marktreife gelangt. Eigenbetrieb und Fremdbezug hielten sich die Waage. Die Hälfte der untersuchten Unternehmen bevorzuge ein Mischmodell (52 Prozent), 21 Prozent hätten sich sogar für eine Komplettauslagerung entschieden. Der Markt werde weiter wachsen, da nur zwölf Prozent der Befragten ihre Outsourcing-Ausgaben senken, aber 54 Prozent ihre diesbezüglichen Anstrengungen intensivieren wollten.

Insgesamt werde sich die Sourcing-Landschaft verändern, weil zwei von drei deutschen CIOs ihre Strategien binnen der nächsten zwei bis drei Jahre anpassen wollten. Dabei handele es sich meist um Unternehmen, die auf weitere Effizienzpotenziale hofften. Schrumpfende Budgets und großer Druck, die Unternehmensziele besser zu unterstützen, ließen diese CIOs diverse Sourcing-Alternativen durchspielen.

Effizienz bleibt am wichtigsten

Der Umfrage zufolge verhalten sich deutsche CIOs insgesamt kaum anders als ihre internationalen Kollegen. Was sich gegenüber 2013 geändert hat, ist das stärkere Augenmerk auf Wachstums- und Innovationsthemen, wenngleich Effizienzgewinne immer noch erste Priorität genießen. In Zahlen ausgedrückt fokussieren sich 2014 noch 27 Prozent der Befragten auf Effizienzthemen (Vorjahr: 30 Prozent), während 21 Prozent Wachstum und Innovation groß schreiben (Vorjahr: 17 Prozent). Gartner erklärt den Wandel mit den verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Außerdem seien viele Effizienzprojekte, die in der Wirtschaftskrise begonnen wurden, inzwischen abgeschlossen. (hv)

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