Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 18

Debian GNU/Linux 8 "Jessie"

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die Entwicklung von Debian GNU/Linux 8 "Jessie" hat zirka 24 Monate gedauert. Nun ist die neueste Version des Betriebssystems erschienen.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open Source in Kalenderwoche 18. Tor Browser 4.5 ist veröffentlicht.

Virtualisierungsspezialist Proxmox wird zehn Jahre alt. Microsoft hat einen plattformübergreifenden Code-Editor, Visual Studio Code, ausgegeben. Unterstützung für Ubuntu 10.04 ist abgelaufen.

Debian GNU/Linux 8 "Jessie"

Die größte und umstrittenste Neuerung ist wihl das Standard-Init-System, das nun auch bei Debian systemd ist. Allerdings wird das klassische SysVInit in Debian 8 weiterhin verfügbar sein.

Weiterhin haben die Entwickler bei Debian GNU/Linux 8 die Unterstützung für UEFI weiter verbessert und komplett überarbeitet.

Wie üblich bei einem große Update gibt es auch neue Software-Pakete. Unter anderem finden Sie Apache 2.4.10, Icedove 31.6.0, Iceweasel 31.6.0esr, MariaDB 10.0.16, MySQL 5.5.42, LibreOffice 4.3.3, GIMP 2.8.14 und PHP 5.6.7.

Als Desktop-Oberflächen stehen unter anderem GNOME 3.14, Xfce 4.10, KDE 4.11 und Cinnamon 2.2 zur Verfügung. In den Repositories befinden sich insgesamt 43.000 Software-Pakete, die man einfach online einspielen kann.

Unter sources.debian.net dürfen Interessierte den Quellcode durchstöbern. Um das Ganze etwas zu vereinfachen, steht eine Codesuche bereit. Die beiden Services werden von einem komplett neu geschriebenem Paketverfolgungssystem ergänzt.

Debian GNU/Linux 8 unterstützt insgesamt zehn Architekturen. F+r x86_64 und x86 stehen installierbare Live-Abbilder bereit. Somit können Sie Debian 8 vor einer Installation ausprobieren.

Ein Upgrade von Wheezy auf Jessie ist möglich. Die Entwickler empfehlen allerdings, sich zunächst die Veröffentlichungshinweise durchzulesen.

Tor Browser 4.5

Das Team um den Tor Browser hat Version 4.5 zur Verfügung gestellt. Laut eigenen Angaben wurde die Anwenderfreundlichkeit sowohl unter Linux als auch Windows verbessert.

Weiterhin haben die Entwickler das Tor-Menü und das dazugehörige Fenster für die Konfiguration vereinfacht. Tor Browser 4.5 basiert auf Firefox 31.6.0, was die derzeit aktuelle ESR-Version ist.

Happy Birthday, Proxmox!

Der Virtualisierungsspezialist Proxmox aus Wien ist ein Teenager. Seit einem Jahrzehnt bietet die Firma Virtualisierung mit Open Source, sowie Lösungen zur E-Mail-Sicherheit an.

Man hat laut eigenen Angaben Kunden in über 140 Ländern. Proxmox Virtual Environment basiert auf Linux und ist Open Source. Man erkennt es als kostenfreie Alternativen zu VMware vSphere, Microsoft Hyper-V, Oracle VM und Citrix Xen Server an.

Visual Studio Code von Microsoft für Linux

In der Open-Source-Welt haben sich wohl einige gefragt, ob die Hölle nun zugefroren ist. Microsoft hat einen plattformübergreifenden Code-Editor zur Verfügung gestellt, der auch unter Linux läuft.

Der Name täuscht allerdings ein wenig, da die Sache mit Visual Studio wenig gemeinsam hat. Allerdings unterstützt Visual Studio Code derzeit zirka 30 Programmiersprachen. Dazu gehören auch JavaScript, C++, C#, PHP, Java, HTML, CSS, JSON und Python.

Interessierte können sich das Programm hier herunterladen, sollten aber im Hinterkopf behalten, dass es sich um eine Alpha-Version handelt. Der Anwender muss außerdem den Lizenzbestimmungen zustimmen. Sollte es zu einem Absturz kommen, schickt die Software automatisch einen sogenannten Crash Dump an Microsoft. Dieser Umstand dürfte einige Linuxer abhalten, die Software zu installieren.

Ubuntu 10.04 "Lucid Lynx" hat ausgebdient

Am 29.April 2010 ist Ubuntu 10.04 "Lucid Lynx" mit fünf Jahren Support erschienen. Am 30. April 2015 ist diese Unterstützung nun abgelaufen. Wer immer noch Maschinen mit Ubuntu 10.04 betreibt, bekommt keine Security Updates mehr. Der empfohlene Upgrade-Pfad zu Ubuntu 14.04 LTS ist via 12.04 LTS.