Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 14

Canonicals Cloud Ubuntu One macht dicht

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Recht überraschend hat Cacnonical verlauten lassen, den eigenen Cloud-Dienst Ubuntu One zum 1. Juni 2014 einzustellen

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 14. Robolinux 7.4.2 mit integrierter Virtualisierungs-Software. Die Entwickler von Trisquel GNU/Linux haben Version 6.0.1 LTS zur Verfügung gestellt.

Ubuntu One schließt die Pforten

Ab dem 1. Juni 2014 wird Ubuntu One offiziell geschlossen. Ab sofort können Anwender kein Storage und keine Musik mehr über den Ubuntu One Store beziehen. Die entsprechenden Service-Apps wurden aus Ubuntu, Google- und Apple-Stores entfernt.

Wer Dateien und Inhalte in Ubuntu One gespeichert hat, möchte diese umgehend herunterladen. Nach offiziellem Schluss räumt Canonical den Anwender noch zwei weitere Monate ein. Sie können Ihre Daten also bis zu 31. Juli 2014 herunterladen. Nach diesem Datum wird man bestehende Daten einfach löschen.

Der Grund für die Schließung ist laut eigenen Angaben, dass sich Ubuntu One einfach nicht rentiert. Man verbrauche lediglich Geld und Ressourcen, die an anderer Stelle besser aufgehoben wären. Man wolle sich außerdem nicht im derzeit tobenden Storage-Krieg verzetteln.

Die Schließung der Dienste betrifft Ubuntu One Single-Sign-On und den Ubuntu-One-Bezahldienst nicht. Das gilt auch für den Backend-U1DB-Datenbank-Service. An der Qualität des Codes liege es nicht. Deswegen will Canonical den Quellcode als Open-Source zur Verfügung stellen, damit andere damit eine Synchronisations-Plattform erstellen können.

Robolinux 7.4.2

Robolinuxist ein interessantest Projekt. Es verspricht, dass Sie Windows-Instanzen ohne Viren-Risiko laufen lassen können. Windows XP wird bekanntlich zum 8. April 2014 eingestellt. Wer noch nicht umgestellt hat, dem könnte so eine Art Virtualisierung etwas Zeit kaufen.

Die Entwickler behaupten, dass Windows-Anwender mithilfe der eigenes entwickelten Stealth VM keine Sicherheits-Updates oder Anti-Malware-Programme brauchen. Die Stealth VM System Software hält einen geschützten Klon von Windows vor und spiegelt die Daten in eine sichere Linux-Partition. Von dort können Sie mit nur zwei Klicks eine Wiederherstellung durchführen.

Robolinux gibt es alleinstehende Distribution und basiert auf Debian GNU/Linux. Die relevante Virtualisierungs-Software, Stealth VM, können Sie aber auch für Linux Mint, Ubuntu und openSUSE herunterladen. Im April 2014 möchten die Entwickler Robolinux Stealth VM auch für alle anderen RPM-basierte Linux-Betriebssysteme ausgeben.

Trisquel GNU Linux 6.0.1 LTS

Trisquel GNU/Linux kommt komplett ohne proprietäre Software aus. Version 6.0.1 LTS ist ein inkrementelles Upgrade, das alle Updates seit Veröffentlichung von Trisquel GNU/Linux 6.0 enthält. Es gibt auch einige Neuerungen und Änderungen. Zum Beispiel unterstützt das Betriebssystem nun UEFI. Linux-libre wurde auf 3.2.0-60 aktualisiert. Die Zweite 3.5 und 3.11 befinden sich in den Repositories.

Sie finden weitere Informationen in der offiziellen Ankündigung. ISO-Abbilder finden Sie im Download-Bereich