IBM-Studie

Big Data ist nicht nur was für große Unternehmen

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Einer aktuellen IBM-Studie zufolge befassen sich mittlerweile auch viele Mittelständler mit Großdatenanalyse - sie wollen damit vor allem ihre Kunden besser verstehen und gezielter auf deren Wünsche eingehen.

Die IBM-Studie "Analytics: The real-world use of big data" zeigt, dass der Mittelstand weltweit das Thema Big Data in Angriff nimmt - etwa drei Viertel der befragten Unternehmen haben bereits mit Big-Data-Projekten begonnen oder planen solche. Mehr als die Hälfte der Unternehmen wollen mit Big Data besser auf ihre Kunden und deren Wünsche eingehen. Und ein Vergleich mit Großunternehmen zeigt einer Mitteilung zufolge: Im Mittelstand beginnt Big Data deutlich früher, nämlich bereits bei einem Datenvolumen von einem Terabyte (bei großen Unternehmen erst bei 100 Terabyte). Doch nicht nur die Datenmenge mache Big Data aus, sondern Menge, Form, Geschwindigkeit und Verlässlichkeit der Daten.

Im Mittelstand beginnt Big Data bereits bei 1 TB Datenvolumen, sagt die IBM-Studie.
Im Mittelstand beginnt Big Data bereits bei 1 TB Datenvolumen, sagt die IBM-Studie.
Foto: fotolia.com/Ben Chams

Die Wünsche der Kunden von den Daten - statt den Augen - ablesen, das ist demnach das große Ziel, das der Mittelstand weltweit mit Big Data Analytics erreichen will. Zudem wollen die Unternehmen mit ihrer Datenanalyse schneller neue Chancen im Markt erkennen und auf veränderte Geschäftsanforderungen reagieren. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse, die IBM aus der Studie gewonnen hat. Für die Erhebung haben das IBM Institute for Business Value und die Saïd Business School der University of Oxford 2012 weltweit mehr als 1100 Unternehmen befragt, mehr als die Hälfte davon Mittelständler.

60 Prozent der befragten Mittelständler erwarten sich inzwischen von Big Data Wettbewerbsvorteile erwarten - vor zwei Jahren lag dieser Wert bei nur 36 Prozent. Gut 20 Prozent der Befragten wollen ihre analysierten Daten sofort in Echtzeit zur Verfügung haben, ein weiteres Viertel innerhalb von einem Tag. Nur einem Drittel genügt es, wenn die Datenauswertung am nächsten Geschäftstag für die Entscheidungsfindung genutzt werden kann.

Der Mittelstand nutzt vor allem interne Daten für Big Data Analytics - mit 88 Prozent stehen die Daten aus Transaktionen ganz oben auf der Liste, 81 Prozent der Informationen stammen aus dem Datalogging (= Prozessen, wo ein Maschine-Sensor-System die Daten erfasst). Zudem nutzt der Mittelstand weiteres Wissen, das aus E-Mails (58 Prozent) und Events (56 Prozent) generiert wird. Externe Daten aus sozialen Netzen wie Facebook oder Twitter nutzen bisher 43 Prozent der befragten Mittelständler für Big Data.