Bewerber brauchen Basiswissen

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
Der IT-Arbeitmarkt stagniert. Mit dem Aufkommen neuer Technologie-Hypes wie Web-Services, Java oder .NET sind aber Experten mit zeitgemäßem Wissen gefragt. Bringen diese Technologien den Arbeitsmarkt wieder in Schwung?

Der Web-Services-Boom ist von der Krise kaum beeinträchtigt worden. Die Industrie wird nicht müde, Einigkeit in den Kernfragen dieser neuen Basistechnologie zu demonstrieren, die den Markt revolutionieren soll. Java/J2EE ist in großen Unternehmen längst etabliert, hier könnten Experten gefragt sein. Auch Microsoft schickt sich mit dem noch jungen .NET-Konzept an, seinen Kundenstamm von einem großen Technologieschwenk zu überzeugen.

Doch wie wirken sich diese IT-Trends auf den Arbeitsmarkt und die Einstellungschancen aus? Christoph Dambeck, Personalleiter von Cap Gemini Ernst & Young, erklärt, dass eine Fokussierung auf Web-Services viel zu eng wäre, um den Anforderungen seines Unternehmens zu entsprechen: "Die ideale Vorbereitung ist ein möglichst breit angelegtes Studium, das mit Praktika bei Beratungen ergänzt wird." Je nach Projekt werden die Berater auf die entsprechenden Technologien geschult.

Hier sieht Dambeck beide Seiten in der Pflicht: Von den Beratern erwartet er Interesse an neuen Technologien und ein gewisses Engagement. Das Unternehmen müsse im Gegenzug die Möglichkeiten für eine permanente Weiterentwicklung bieten. Gute Zukunftschancen sieht Dambeck eher im Bereich Wartung und Optimierung bestehender Systeme.

Wenig Anlass zur Hoffnung, dass neue Technologien von selbst die Wende am Arbeitsmarkt herbeiführen, hat Detlev Klage, Bereichsleiter Schnittstellen und Administrations-Management-Systeme bei der Sparkassen Informatik GmbH. Zwar stimmt er mit anderen Experten darin überein, dass Web-Services das Potenzial haben, die IT grundlegend zu verändern. Schließlich löse der Ansatz, Softwarekomponenten plattformübergreifend und unabhängig von deren Ort zu nutzen, einige Basisprobleme der IT. Technik dürfe allerdings nicht zum Selbstzweck ausarten. "Der IT-Nachwuchs muss zuerst die Sichtweise des Kunden lernen und sich fragen, welchen Mehrwert der Auftraggeber durch den Einsatz einer Technologie hat", so Klage.

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