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Arcplan arbeitet künftig Service-orientiert

28.10.2005

BERLIN (COMPUTERWOCHE) - Im umkämpften Markt für Reporting- und Analysesoftware will die Firma Arcplan künftig stärker Initiative zeigen. Das Unternehmen mit Stammsitz in Düsseldorf bietet mit "Dynasight" eine Entwicklungsplattform, mit der Anwender im Wysiwyg-Stil ohne Programmierung Web-basierende Frontend-Lösungen entwerfen und einführen können. Einsatzgebiete liegen beispielsweise im Management-Reporting, Finanz-Management oder in Scorecard-Anwendungen.

Offiziell setzen heute rund 1500 Kunden Dynasight ein, darunter Roche, DaimlerChrysler, BASF, IBM, Aventis und MTU. Die Wahl wird dabei oft mit damit begründet, dass beispielsweise Hersteller wie SAP oder Microsoft nicht mit vergleichbaren Möglichkeiten zum schnellen Aufbau individueller Informationssysteme in ihren BI-Angeboten aufwarten können. So nutzen laut Olap Survey rund 29 Prozent aller Anwender des "SAP Business Warehouse" (SAP BW) neben SAP-eigenen Clients wie "Bex" auch Dynasight. Die einfache Installation, die Flexibilität sowie die Offenheit für diverse Plattformen und Quellsysteme sind laut Kundenbefragungen wesentliche Stärken der Arcplan-Software.

Allerdings hatten sich vor allem kleinere Kunden in den vergangenen Monaten über einen ungenügenden Support beschwert und grundsätzlich vom Hersteller ein größeres Commitment zu seinen Produkten eingefordert, beispielsweise bei der Weiterentwicklung der Benutzeroberfläche. Zudem fehlte eine Wachstumsstrategie. Dies soll nun anders werden: Auf der ersten internationalen Kundenveranstaltung Arcplanet in Berlin stellte Geschäftsführer Roland Hölscher vor 170 Teilnehmern "Arcplan Answers", ein weltweites Supportsystem, sowie mit "Arcplan Bridges" eine erste Version einer Wissensbasis für Dokumente und Best Practices vor.

Ferner entstünden Trainingszentren weltweit und alle Mitarbeiter würden künftig entsprechend der Kundenzufriedenheit prämiert. Die Übernahme der Anteilsmehrheit durch das europäische Private Equity-Unternehmen Viewpoint Capital Partners für 33 Millionen Dollar brachte zudem einen Umbau des Unternehmens mit sich. So firmiert Arcplan nicht länger als AG, sondern wird künftig als Holding mit nun drei Geschäftsführern geführt.

Organisatorisch neu aufgestellt sieht sich Arcplan indes einer wachsenden Konkurrenz in seinem angestammten Markt gegenüber. So existiert im BI-Markt seit einiger Zeit der Trend, einen mehr grafisch orientierten und an Rollen orientierten Aufbau von BI-Anwendungen für Reporting und Analyse zu ermöglichen. Neben Spezialisten wie Alphablox (jetzt bei IBM) , Proclarity oder Qliktech haben auch etablierte Anbieter wie IBM mit dem "Workplace for Business Strategy Execution" oder zuletzt SAP mit der Modellierungsumgebung "Visual Composer" Ansätze vorgestellt, die Dynasight funktional ähneln. Aufgrund der Produktambitionen wichtiger Arcplan-Partner wie IBM, Hyperion und Microsoft macht mittlerweile daher das Wort einer Cohabition die Runde.

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