So gelingt der Einstieg

Arbeiten als iOS Developer

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
iOS Developer sind gefragt: Startups, Digitalagenturen und IT-Dienstleister suchen oft händeringend nach ihnen – eine gute Gelegenheit für Entwickler mit Kenntnissen anderer Sprachen oder Quereinsteiger aus anderen Branchen, auf die App-Entwicklung umzusatteln.

Ein Beruf, den es vor zehn Jahren noch gar nicht gab, gehört inzwischen zu den am meisten nachgefragten Positionen in der IT- und Digitalbranche: der des iOS Developers. Er entwickelt Apps für das Apple-Betriebssystem iOS, das unter anderem auf dem iPhone und dem iPad läuft. Aufgrund des großen Smartphone-Booms suchen viele Firmen nach wie vor händeringend nach iOS-Entwicklern. Apples Programmiersprache Swift entwickelt sich zur zweitbeliebtesten Programmiersprache unter Entwicklern - und wer sie beherrscht, verdient im internationalen Durchschnitt 10.000 US-Dollar mehr als Android-Entwickler.

iOS Developer häufig in kleineren Unternehmen

"Zahlreiche iOS Developer arbeiten in Digitalagenturen", erzählt Jeffrey Camealy, iOS Development Course Designer bei der Online-Weiterbildungsplattform CareerFoundry. Dabei handelt es sich meist um kleinere Unternehmen, die Websites oder digitale Apps entwickeln. Doch auch viele größere IT-Dienstleister beschäftigen Entwickler - denn interne Business-Apps für Unternehmen boomen. "Etwas weniger glamourös ausgedrückt: Diese Unternehmen führen Entwicklungsaufträge aus", erklärt Camealy.

iOS Developer findet man häufig in kleinen Unternehmen oder in Startups.
iOS Developer findet man häufig in kleinen Unternehmen oder in Startups.
Foto: ymgerman - shutterstock.com

Ein weiteres Umfeld, in dem sich sehr viele iOS-Entwickler finden, ist die Startup-Szene. Viele neu gegründete Unternehmen der Digitalwirtschaft haben ein Geschäftsmodell, das auf Cloud Services und mobilen Apps basiert. Außerdem gibt es Dutzende erfolgreiche Game-Startups, die große und kleine Spiele für iOS herausgeben. "Hier gibt es viel zu tun für iOS Developer", sagt Camealy. "Eine App für Apple-Geräte gehört zum guten Ton."

Projektorientierte Arbeit

Die Arbeit ist üblicherweise projektorientiert, und die Entwickler werden von einem Projektleiter mit Arbeitsaufträgen versorgt. Da es sich bei Apps in aller Regel nicht um allzu umfangreiche Anwendungen handelt, werden sie meist von einem einzelnen Entwickler programmiert. Entwicklerteams sind eher selten und bestehen allenfalls nur aus wenigen Personen.

Trotzdem ist iOS-Entwicklung Teamarbeit: An einer App arbeiten neben den Entwicklern auch zahlreiche andere Spezialisten. Eine wichtige Position hat etwa der UI-Designer, der für die Ausgestaltung der Benutzeroberfläche zuständig ist. Außerdem braucht es für die meisten Apps einen oder mehrere Backend-Entwickler, der die Verbindung zu den Servern in der Cloud sicherstellt.

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“? - Foto: Nmedia_Fotolia.com

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“?

"Meiner Erfahrung nach fördern Agenturen und Startups die selbstbestimmte Arbeit und ermöglichen es den Entwicklern, eigene Ideen einzubringen", weiß Camealy. "Das Ergebnis zählt, nicht die Hierarchiestufe im Unternehmen." Vor allem in Startups ist es oft recht einfach, durch Engagement und gute Ideen schon als Junior Developer einen erstaunlich großen Einfluss auf die Konzeption einer App zu nehmen.

Jeffrey Camealy, iOS Development Course Designer bei CareerFoundry, sieht viel Potenzial im iOS Bereich.
Jeffrey Camealy, iOS Development Course Designer bei CareerFoundry, sieht viel Potenzial im iOS Bereich.
Foto: CareerFoundry

Der Ausbildungsweg

Die Basisqualifikation für iOS-Entwickler ist die Kenntnis der noch relativ jungen Programmiersprache Swift. Sie wurde von Apple speziell für die Entwicklung von iOS Apps entworfen. "Swift ist inzwischen so etwas wie der Goldstandard für iOS-Entwicklung", sagt Raffaela Rein, CEO und Mitgründerin von CareerFoundry. "Grundsätzlich kann sich jeder mit ausreichenden Swift-Kenntnissen bei einem Unternehmen als iOS-Entwickler bewerben." Knapp 70 Prozent der Entwickler weltweit haben sich ihre Kenntnisse selbst angeeignet, 44 Prozent "on the Job".

Viele iOS-Entwickler sind also Quereinsteiger mit Programmiererfahrung und haben vorher bereits für andere Systeme Programme geschrieben - etwa mit Java oder C/C++ unter Windows. Auch eine vorherige Ausbildung zum Fachinformatiker oder ein Informatikstudium an einer Universität oder Fachhochschule ist eine gute Grundlage. Doch auch ohne Vorkenntnisse in der Programmierung, allein mit einer großen Affinität fürs Digitale, ist ein Einstieg möglich.

Swift-Kurs als Ausgangspunkt

"Ein Swift-Kurs steht für jeden iOS-Entwickler am Anfang seiner Laufbahn", sagt Raffaela Rein. "Das kann je nach den persönlichen Vorlieben ein interaktiver Online-Kurs oder ein Präsenzkurs sein." Natürlich ist auch das Selbststudium anhand von Büchern oder E-Books möglich, außerdem gibt es zahlreiche Informationsangebote im Internet. Doch das autodidaktische Lernen ist nicht für jeden etwas - allzu oft gehen Orientierung und Motivation in der Fülle an verfügbarem Material verloren. Besser ist ein Kurs mit fachlicher Begleitung, der das Thema strukturiert, den Lernenden hilft, sie motiviert und auf ihrem Weg begleitet. Unerlässlich für den Einstieg in die professionale Arbeit im iOS Development ist außerdem der Aufbau eines aussagekräftigen Arbeitsportfolios, das sich bei Bewerbungen vorzeigen lässt.

Die digitale Wirtschaft wächst und entwickelt sich zur Jobmaschine. So sind allein in deutschen IT-Unternehmen gut eine Million Menschen beschäftigt - Tendenz steigend. Auch in Startups sieht es gut aus. Der Bundesverband Deutsche Startups e. V. geht davon aus, dass die Digitalwirtschaft im Jahr 2016 etwa 50.000 neue Jobs schaffen wird.

Raffaela Rein, CEO und Mitgründerin von CareerFoundry: "Grundsätzlich kann sich jeder mit ausreichenden Swift-Kenntnissen bei einem Unternehmen als iOS-Entwickler bewerben.
Raffaela Rein, CEO und Mitgründerin von CareerFoundry: "Grundsätzlich kann sich jeder mit ausreichenden Swift-Kenntnissen bei einem Unternehmen als iOS-Entwickler bewerben.
Foto: CareerFoundry

Großer Bedarf am Arbeitsmarkt

Zahlreiche dieser Stellen sind für iOS Developer. Für den großen Bedarf am Arbeitsmarkt spricht auch die Zahl der bereits jetzt offenen Jobs. Zwischen dem 1. Juni 2014 und dem 31. Mai 2015 waren deutschlandweit insgesamt 775 Stellen für iOS Developer ausgeschrieben. Im vergangenen Jahr, zwischen dem 1. Juni 2015 und dem 24. Mai 2016, gab es bereits 1053 Stellen zu besetzen. Dies entspricht einer Zunahme der iOS-Entwickler-Positionen deutschlandweit um 36 Prozent.

"Die Zahlen sprechen für sich: iOS Development ist ein Job mit Zukunft", sagt Rein. Darüber hinaus könnten Swift-Kenntnisse bald auch in anderen Bereichen wichtig werden: Die moderne und speziell an die App-Entwicklung angepasste Programmiersprache hat bereits die Aufmerksamkeit anderer Anbieter erregt, etwa von Apple-Konkurrent Google.

Möglicherweise wird Swift in einer der nächsten Android-Versionen zur Standardprogrammiersprache dieses Systems. Das bedeutet für iOS Developer, dass sich ihnen nun auch Positionen in der Android-Entwicklung eröffnen. Darüber hinaus gibt es für erfahrene Senior Developer auch die Möglichkeit, Aufgaben im Bereich Projektleitung oder Produktmanagement zu übernehmen. Und nicht zuletzt steht einem Experten natürlich auch der Weg frei, mit einer guten Idee sein eigenes Startup zu gründen.