Alter Hase sucht neue Stelle

22.08.2005
Von Siegfried Schmauder
Sich zu bewerben fällt vielen berufserfahrenen Fach- und Führungskräften schwer. Ihre vergilbten Zeugnisse sagen wenig über ihr aktuelles Können aus. Also was tun?

Hier lesen Sie ...

  • warum sich berufserfahrene Mitarbeiter bewerben sollten;

  • wie sie ihre Qualitäten herausstellen können;

  • an welche Ansprechpartner sie sich wenden sollten.

Zum Thema Bewerbung gibt es zahlreiche Bücher. Sie wenden sich aber fast alle an Hoch- beziehungsweise - Schulabgänger. Nur wenige Ratgeber gehen auf die Situation berufserfahrener Fach- und Führungskräfte ein.

Einem frisch gebackenen Computerfachmann oder Betriebswirt stehen noch (fast) alle Wege offen. Anders ist dies bei Stellensuchern, die schon zehn oder 20 Jahre Berufserfahrung mitbringen. Für sie sind die beruflichen Weichen gestellt, was ihr mögliches Arbeitsfeld einschränkt.

Hinzu kommt: Während die Druckerschwärze auf den Diplomen der jungen Hochschulabsolventen noch nicht getrocknet ist, sind die Zeugnisse ihrer älteren Berufskollegen meist schon vergilbt. Sie sagen wenig über ihre jetzigen beruflichen Fähigkeiten aus, unter anderem, weil sie im Verlauf ihres Berufslebens oft in neue Aufgabenfelder hineinwuchsen. Aus dem ehemaligen Elektroingenieur wurde ein Vertriebsmann, aus dem Informatiker ein Niederlassungsleiter.

Warnsignale erkennen

Ein weiterer Unterschied: Für Singles, die nach dem Studium den ersten Job suchen, ist es relativ egal, ob ihre Stellensuche sie nach Berlin oder München verschlägt. Anders verhält sich dies bei Berufserfahrenen mit Familie. Sie müssen bei der Wahl des Arbeitsortes mehr bedenken. Trotzdem müssen gerade sie sich oft bundesweit bewerben, denn je spezialisierter und qualifizierter ihre bisherigen Aufgaben waren, umso rarer sind die Jobs, die ihrem Profil entsprechen.

Deshalb müssen gerade ältere Arbeitnehmer früh erkennen, wann der Zeitpunkt für das Entwickeln einer neuen beruflichen Perspektive naht. Diesen verpassen viele, denn die Signale für eine Neuorientierung sind eher schwach oder werden nicht eindeutig interpretiert - etwa wenn die versprochene Gehaltserhöhung ausbleibt, die Firma in die roten Zahlen rutscht oder eine Fusion stattfindet.

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