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Amazon, Cyberport, Etsy, Neckermann

Acht deutsche Online-Shops im Vergleich

Stefan von Gagern ist diplomierter Medientechniker (FH) und war als Redakteur und Ressortleiter bei den Fachtiteln "Screen Busines Online" und "Page" tätig. Später lehrte er als Dozent für Medienkonzeption im Master-Studiengang "Multimedia Production" an der Fachhochschule Kiel. Heute schreibt er als freier Fachjournalist und Autor über Themen wie Publishing, Internet, Social Media und Digital Lifestyle. Parallel berät er Unternehmen bei der Konzeption und Umsetzung von Social-Media-Auftritten.
Wie gut sind die deutschen Shops in Sachen Design, Benutzerführung und Technik? Welche Shops glänzen mit neuen interaktiven Ideen? Wir haben acht deutsche Shops unter die Lupe genommen.

Amazon.de: Top, aber nicht alles perfekt

Der einst reine Buchhändler bietet inzwischen so ziemlich alle Waren an. Die Seiten und Menüs sind entsprechend überfrachtet.
Der einst reine Buchhändler bietet inzwischen so ziemlich alle Waren an. Die Seiten und Menüs sind entsprechend überfrachtet.
Foto: Stefan von Gagern

Der Klassiker unter den Shops ist für viele quasi der Inbegriff des Online-Händlers. In Sachen Übersichtlichkeit haben die einst schlanken und schlichten Seiten des als reinen Buchhändlers gestarteten Shops stark gelitten. Das riesige Sortiment beschert dem Kunden eine Fülle von Kategorien, die in Klappmenüs gepackt wurden. Neben fast allen erdenklichen Produkten mischen sich noch Musikdownloads, E-Books und Software-Downloads. Dass die Produkte auch noch von Dritthändlern - als Konkurrenz zu ebay - angeboten werden hilft der Übersichtlichkeit wenig und so mancher hat schon versehentlich bei einem anderen Händler mit einem Klick bestellt. Produktempfehlungen und Nutzerrezensionen sorgen für reichlich Durcheinander auf jeder Detailseite zu einem Produkt.

Trotz der Kritikpunkte ist Amazon nach wie vor eine Top-Adresse für den Einkauf im Web: Schnelle Ladezeit, Produktsuche mit Vorschlägen, viel Service wie Sendungsverfolgung, günstige Liefer- und Zahlungsmöglichkeiten, sowie bequeme Retourenabwicklung und Kundenservice (kostenloser Rückruf des Service-Centers) bilden ein Gesamtpaket, das Kunden zufrieden macht. Eine Stärke ist nicht nur der schnelle Versand, sondern auch Innovationen wie die Prime-Mitgliedschaft, mit der Kunden gegen Jahresgebühr ohne weitere Kosten bei Bestellung bis 16 Uhr am nächsten Tag liefern lassen können.

Auf dem iPad macht der SchaufenMedia Endesterbummel bei Amazon Spaß und die Bestellung gelingt einwandfrei.
Auf dem iPad macht der SchaufenMedia Endesterbummel bei Amazon Spaß und die Bestellung gelingt einwandfrei.
Foto: Stefan von Gagern

Auch die Personalisierung ist vorbildlich: Produktvorschläge, basierend auf den letzten Suchen und Einkäufen können vom Kunden angepasst werden. Mit kostenlosen Apps für Smartphones und Tablets hat Amazon auch mobil die Nase vorn: Mit "Window Shop" macht das Stöbern auf dem iPad fast so viel Spaß wie in einem echten Geschäft, die App fürs iPhone oder die mobile Website erledigt zuverlässig und bequem Bestellungen von unterwegs.

Fazit: Rein optisch ist Amazon inzwischen zwar ein überfrachteter und unübersichtlicher Gemischtwarenladen geworden. Dafür setzen Auswahl, Bestellung und Service nach wie vor Maßstäbe. Gewohnten Kunden fallen die Mängel eh kaum auf.