Abschied von der bunten Kreide

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die Weiterbildungsbranche wandelt sich: Der Trend geht zu kurzen, modular aufgebauten Kursen, die flexibel zu Hause oder am Arbeitsplatz stattfinden. Siemens Business Services (SBS) hat ein Trainingskonzept nach dem Distance-Learning-Modell entwickelt. Die Kursteilnehmer lernen dabei in Projektgruppen, in denen jeder abwechselnd eine Rolle aus dem Berufsleben übernimmt - vom Projektleiter bis zum Mitarbeiter.

Distance Learning verknüpft die Vorteile von E-Learning mit den Vorzügen des Präsenzunterrichts: Live-Kommunikation mit den über Internet zugeschalteten Dozenten plus persönliche Vor-Ort-Betreuung durch einen Coach. Der Trainer ist per Internet an mehreren Standorten gleichzeitig zugeschaltet. Alle Kursteilnehmer können ihn sehen und sich live mit ihm über eine E-Learning-Plattform unterhalten. Zusätzlich betreut ein Coach vor Ort die Kursteilnehmer und moderiert die Gruppe. Den ersten Lehrgang nach diesem Konzept hat SBS für die Bundesanstalt für Arbeit von September bis Dezember 2003 umgesetzt. Gelehrt wurde die Programmiersprache Java.

Beim Distance-Learning lernen die Teilnehmer in Kleingruppen von acht bis zehn Personen. (Quelle: SBS)
Beim Distance-Learning lernen die Teilnehmer in Kleingruppen von acht bis zehn Personen. (Quelle: SBS)

Von Anfang an unterstützen sich die Teilnehmer gegenseitig. "Ich habe schnell die Rolle eines Tutors übernommen, weil ich schon Java-Erfahrung hatte und den anderen weiterhelfen konnte", erzählt der Kursteilnehmer Horst Pfitzner. Soziale und kommunikative Kompetenzen erwerben die Teilnehmer somit "en passant". Zudem werden methodische Kenntnisse wie Projekt-Management-Fähigkeiten und Präsentationstechniken trainiert.

Kursteilnehmer simulieren berufliche Rollen

Für den Java-Kurs wurden an elf Standorten in Deutschland Lerngruppen von je acht bis zehn Personen gebildet. Jedes Teammitglied hatte im "Projektbüro" einen eigenen PC-Arbeitsplatz und übernahm eine der Rollen, wie sie auch in klassischen Projektteams vorkommen - vom Projektleiter bis zum Mitarbeiter, der für die Dokumentation zuständig ist. Nach dem Rotationsprinzip wurden die Rollen gewechselt, damit jeder verschiedene Funktionen einüben konnte. "Es gab Lerngruppen, die sich schnell als Team zusammengefunden haben. Andere sind mit der Technik nicht auf Anhieb klargekommen", sagt Petra Schmoranz von SBS, die die Schulungsteilnehmer in Berlin betreute. "In diesem Fall mussten die lokalen Dozenten etwas mehr Anleitung geben."

Sind alle organisatorischen Fragen geklärt, beginnen die unterschiedlichen Lernphasen: Das Wissen wird vermittelt, erarbeitet, angewandt, präsentiert und diskutiert. In "Live Sessions" werden Vorlesungen aus dem zentralen Sendestudio von SBS in Berlin in die einzelnen Projektbüros übertragen und dort per Beamer für die Teilnehmer visualisiert. Dabei können sie den Fachdozenten im Sendestudio hören und sehen.

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