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Young Professional

Generation "Weichei"?

IT-Nachwuchs taugt nicht für Führungsjobs

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Junginformatiker sind weder besonders ehrgeizig noch belastbar, zeigt eine Studie. Ein gutes Gehalt ist ihnen wichtiger als eine außergewöhnliche Aufgabe. Der IT-Nachwuchs hat sich verändert.

Auch wenn die Zahl der IT-Absolventen deutlich angestiegen ist, haben die Arbeitgeber nicht unbedingt eine bessere Auswahl. Immer weniger junge IT-Fachleute bringen die Fähigkeiten mit, die sie später in einer Chefrolle bräuchten. Den Schluss lässt eine Langzeitstudie der Eligo GmbH zu. Der Dienstleister, der psychologische Personalsoftware erstellt, hat seit 2003 fast 21.000 Absolventen nach Lebenszielen befragt und ihre Leistungspotenziale erfasst. Für die 2470 Teilnehmer aus IT und Technik ergab sich ein wenig schmeichelhaftes Bild.

Heinrich Wottowa, Eligo: "Immer weniger junge IT-Fachleute bringen die Fähigkeiten mit, die sie später in einer Chefrolle bräuchten."
Heinrich Wottowa, Eligo: "Immer weniger junge IT-Fachleute bringen die Fähigkeiten mit, die sie später in einer Chefrolle bräuchten."
Heinrich Wottowa, Eligo: "Immer weniger junge IT-Fachleute bringen die Fähigkeiten mit, die sie später in einer Chefrolle bräuchten."
Foto: Heinrich Wottowa, Eligo

"Führungspotenzial hat jemand, der mehr leisten will als andere, sich durchsetzen kann, sich nicht vor Misserfolgen fürchtet, gelassen bleibt, Stress aushält und nicht zu sehr nach sozialer Akzeptanz strebt. Will er zu sehr geliebt werden, leidet er unter Ablehnung und tut sich schwer, unangenehme Entscheidungen durchzusetzen", sagt Heinrich Wottawa, Eligo-Geschäftsführer und Psychologieprofessor an der Ruhr-Uni Bochum.

Leistung

Der Wunsch, etwas Besonderes zu leisten und besser zu sein als andere, ist unter Informatikern deutlich geringer ausgeprägt als bei Betriebswirten. Nur 35 Prozent spornt eine außergewöhnliche Aufgabe an, über die sie sich profilieren können. Dazu passt, dass fast jeder zweite Informatiker von außen motiviert ist. Wottawa: "Arbeitgeber müssen bei der Personalsuche berücksichtigen, dass sie auch extrinsische Anreize setzen müssen." Die Mehrheit der ITler wolle vor allem gut bezahlt sein.

Misserfolge

Bloß nichts falsch machen und Vorsicht bei Projekten, an denen man scheitern könnte. Diese Einstellung legen laut Eligo-Studie immer mehr Absolventen an den Tag. 48 Prozent der befragten Männer und 67 Prozent der befragten Frauen zeigen die Tendenz, um jeden Preis Misserfolge vermeiden zu wollen. Vor sieben Jahren waren das jeweils zehn Prozent weniger.

(2 Beiträge), 
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stefan.kerl
Zur Definition von "Führungspotenzial" von Prof. Wottawa: Wenn dies der Bewertungsmaßstab der Aussagen des IT-Nachwuchses war, dann ist es kein Wunder, das die Studie zu dieser negativen Aussage kommen muss. Niedrige Sozialkompetenz als Führungsqualität auszuweisen läuft konträr zur Entwicklung moderner Unternehmen, die MitarbeiterInnen nicht mehr als Humankapital, sondern als entwicklungsfähige Leistungsträger mit Handlungsspielraum verstehen. Der Wertewandel ist wohl bei den Verfassern noch nicht angekommen. zum Beitrag

blyze_de
Ich finde diesen Trend sehr positiv, zeigt er meiner Meinung nach, dass der Chef der alten Schule ausgedient hat. Wohin die fehlende Furcht vor Misserfolgen und die hohe Risikobereitschaft führt, sehen wir nicht zuletzt an der Finanzkrise und an Fukushima. Und das Chefs Leute sind, die mehr leisten wollen als andere, halte ich für ein Gerücht. Sie erwecken gerne den Anschein, indem sie Leistungen ihrer Untergebenen für ihre eigenen ausgeben. zum Beitrag


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