Wie Einsteiger am Ball bleiben

Wolfgang Miedl arbeitet Autor und Berater mit Schwerpunkt IT und Business. Daneben publiziert er auf der Website Sharepoint360.de regelmäßig rund um Microsoft SharePoint, Office und Social Collaboration.
Statt zweistelliger Zuwachsraten ist am IT-Arbeitsmarkt derzeit Flaute angesagt. Mit dem Aufkommen neuer Technologie-Hypes wie Web-Services, Java oder .NET sind aber auch Experten mit zeitgemäßem Wissen gefragt. Bringen diese Technologien den Arbeitsmarkt wieder in Schwung?

Alle warten auf ein Ende der Durststrecke in der IT-Branche. Vor allem für Studenten und Berufseinsteiger stellt sich die Frage, wo es Jobs mit Perspektive gibt. Lohnt es sich, auf Trendtechnologien zu setzen, um so beim nächsten Aufschwung dabei zu sein? An viel versprechender Technik, die auf ihren Einsatz wartet, mangelt es nicht.

So ist der Web-Services-Boom mitten in der Krise richtig aufgeblüht. Die Industrie wird nicht müde, Einigkeit in den Kernfragen dieser neuen Basistechnologie zu demonstrieren, die den Markt revolutionieren soll. Java/J2EE ist in großen Unternehmen längst etabliert, hier könnten Experten gefragt sein. Auch Microsoft schickt sich mit dem noch jungen .NET-Konzept an, seinen Kundenstamm von einem großen Technologieschwenk zu überzeugen. Schädlingsepidemien wie Loveletter und W32.Blaster sprechen auf jeden Fall für einen blühenden Security-Markt, aber auch Themen wie Business Intelligence könnten für den IT-Nachwuchs attraktiv sein.

Hört man sich dort um, wo viele Informatikabsolventen eine Anstellung finden - etwa bei großen Beratungsunternehmen -, zeichnet sich ein etwas anderes Bild von den Auswirkungen neuer Techniken auf den Arbeitsmarkt. Christoph Dambeck, Personalleiter von Cap Gemini Ernst & Young, erklärt, dass eine Fokussierung auf Web-Services viel zu eng wäre, um den Anforderungen seines Unternehmens zu entsprechen: "Die ideale Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt ist ein möglichst breit angelegtes Studium, das mit Praktika bei Beratungen ergänzt wird."

Schwere Zeiten für Absolventen

Die Kunden erwarten kein theoretisches Wissen, sondern Branchenkenntnisse. Die Ausbildung an den Hochschulen erntet bei Dambeck - wie bei vielen seiner Kollegen - diesbezüglich Kritik, da sie zu theoretisch sei. Cap Gemini hat daraus Konsequenzen gezogen: Kamen laut Dambeck im Jahr 2000 noch 25 Prozent der Neueinsteiger direkt von einer Hochschule, ist deren Anteil auf fünf Prozent zurückgegangen. Von seinen Mitarbeitern erwartet das Unternehmen, dass sie flexibel und mobil sind sowie team- und kundenorientiert denken.