Schwieriger Jobwechsel

Wie ein CIO einen neuen Job findet

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
In Zeitungen oder im Internet gibt es keine Stellenangebote für sie. CIOs müssen warten, bis sie ein Personalberater anspricht. Eine Suche nach ganz eigenen Regeln.
Stefan Beyler, heute CIO von Neckermann
Stefan Beyler, heute CIO von Neckermann

Stefan Beyler arbeitete sieben Jahre lang als CIO für das Rottendorfer Textillabel s.Oliver, bevor er im April als CIO zum Versandhändler Neckermann wechselte. Mit der langen Verweildauer gehört der 45-Jährige schon zu den Ausnahmen in der Branche. Durchschnittlich bleibt ein CIO nur noch knapp drei Jahre im Unternehmen, bevor er geht oder gehen muss. Lediglich in mittelständischen Firmen bleiben IT-Leiter einige Jahre länger. Das ergab eine Umfrage des CIO-Circle. Immer mehr Firmen suchen IT-Manager vor allem als Change-Manager mit befristetem Einsatz.

Damit sind CIOs regelmäßig gezwungen, sich nach neuen Positionen umzusehen. Doch im Unterschied zu anderen IT-Experten finden sie keine ausgeschriebenen Positionen in Zeitung oder Internet. Sie müssen darauf hoffen, von einem Personalberater angesprochen zu werden. Dieses Warten kann man aber auch aktiv gestalten wie das Beispiel von Stefan Beyler beweist. Nachdem er Ende vergangenen Jahres bei s.Oliver ausgeschieden war, hinterfragte er mit Hilfe eines Coaches sein Selbstbild. "Was will ich? Nur wer diese Frage für sich beantworten kann, sollte mit der Jobsuche beginnen", rät Beyler. "Das Selbstbild ist ein entscheidender Faktor zum Sieg."

Jobsuche ist ein richtiges Projekt

Die Suche sei er wie ein IT-Projekt angegangen. In der Modebranche durchforstete er zunächst zehn verschiedene Textilzeitschriften und stellte sich dann eine Liste aus 50 möglichen Unternehmen zusammen, inklusive deren Mitarbeiter- und Umsatzzahlen. Insbesondere die Einnahmen seien eine wichtige Messgröße, so Beyler. "Zwei Prozent des Umsatzes kann man für das IT-Budget rechnen, und dann sieht man gleich, welche Möglichkeiten man als CIO in dem Unternehmen hat." Ausgeschlossen hat Beyler Firmen, die sich als direkte Konkurrenz zu seinem früheren Arbeitgeber verstehen.