Warum ein Mittelständler eine SOA baut

13.07.2007
Um Integrationsprobleme zwischen unterschiedlichen Anwendungen in den Griff zu bekommen, entwickelte der Marburger Standortbetreiber Pharmaserv eine Service-orientierte Architektur (SOA).

Mit rund 350 Mitarbeitern dürfte die Pharmaserv GmbH kaum zur Kernzielgruppe der großen SOA-Anbieter zählen. Doch der Betreiber des Standorts Behringwerke in Marburg, wo rund 4000 Menschen in pharmazeutisch ausgerichteten Unternehmen arbeiten, kämpft mit Problemen wie sie auch in Konzernen typisch sind: Eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen für die betriebswirtschaftlichen und die produktionsnahen Bereiche verursacht aufwändige Integrationsarbeiten. Punkt-zu-Punkt-Verbindungen und manuelle Eingriffe erfordern Zeit und sind fehleranfällig.

Unterm Strich erwies sich die gewachsene IT-Infrastruktur als zu unflexibel für die sich immer häufiger ändernden Anforderungen, berichten Pharmaserv-Manager. Die unzureichende Integration zwischen betriebswirtschaftlichen und produktionsnahen Systemen beeinträchtigte die Qualität der Geschäftsdaten, hinzu kamen Schnittstellenprobleme mit den Systemen von Kunden und Lieferanten. Diese Effekte wirkten sich negativ auf wichtige Geschäftsprozesse aus, beispielsweise beim Erstellen von Rechnungen.

Was noch vor einigen Jahren über ein klassisches EAI-Projekt angegangen worden wäre (EAI = Enterprise Application Integration), lösten die Marburger mit einem Konzept für eine Service-orientierte Architektur (SOA): Dessen Herzstück bildet das System "Viewstar SOA", das auf dem Enteprise Service Bus "Sonic ESB" von Progress Software aufsetzt. Pharmaserv holte sich dazu zwei externe Dienstleister ins Boot, den Progress-Partner YconX und den Systemintegrator Cegelec, der auf Systeme für die Fertigungsindustrie spezialisiert ist.

Viewstar SOA dient in der Architektur als Integrationsplattform, die mit Hilfe des Enterprise Service Bus produktionsnahe Systeme und diverse ERP-Anwendungen verbindet. Im Zuge des mehrstufigen Projekts löste Pharmaserv unter anderem ein älteres SAP-R3-System durch Microsoft Navision ab. Zugleich mussten die IT-Verantwortlichen sicherstellen, dass das neue ERP-System mit diversen SAP-Anwendungen der Kunden zusammenarbeitete.

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