Die Fertigungsindustrie im Wandel

Von Mauern, Windmühlen und Big Data

Wolfgang Kobek ist VP EMEA beim Business Intelligence-Anbieter Qlik. Als früherer Geschäftsführer der DACH-Region hat er viele Unternehmen dabei unterstützt, die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Datenanalyse und -visualisierung umzusetzen. Er sagt: BI ist keine Nische, sondern bietet Vorteile gleichermaßen für den Mittelstand und Großkonzerne, für die Fertigungsindustrie ebenso wie den Dienstleistungssektor und natürlich sämtliche Fachabteilungen im Unternehmen.
Ein Sprichwort besagt, wenn der Wind der Veränderung weht, dann baut der Dumme Mauern und der Kluge Windmühlen. Nun bläst der Wind der Veränderung der internationalen Fertigungsindustrie bereits seit einiger Zeit als ziemlich steife Brise entgegen.

Eine Zunahme an Regularien, wachsende Kosten, ständig wechselnde und immer individuellere Kundenerwartungen und ein steigender Wettbewerb sind nur einige der Herausforderungen, mit denen die Industrie zu kämpfen hat. Gerade sie bekommt die Auswirkungen der Globalisierung besonders stark zu spüren und muss unter diesem massiven Druck ständig Produktivität und Effizienz steigern.

Die komplexe Firmenstruktur erschwert Entscheidungsfindung

Zentrales Problem in der internationalen Fertigung ist die in der Regel sehr fragmentierte Firmenstruktur mit zahlreichen Niederlassungen und einer großen Anzahl an Zulieferern sowie Abnehmern in verschiedenen Ländern der Erde. Komplizierte Waren-, Daten- und Finanzströme, disparate und heterogene IT-Landschaften tragen ihren Teil zur Komplexität bei. Wie soll das Management hier qualifizierte Entscheidungen treffen können, wenn es ihm unmöglich ist, sich überhaupt ein Gesamtbild zu machen? Höchste Zeit also, funktionsfähige Windmühlen aufzustellen und sie erfolgreich zu betreiben.

Die Energie dafür liefern große Datenmengen, das Rohmaterial unserer Zeit: Qualitativ vielfältige, unterschiedlich strukturierte Informationen, die einem schnellen Wandel unterliegen, da immer neue Datenquellen hinzukommen. Big Data Cycle nennt sich der Vorgang von der Erfassung und Speicherung über die Organisation bis hin zu Analyse und Visualisierung dieser Datenflut. Der hohe Aufwand, der damit für die Unternehmen verbunden ist, zahlt sich nach Expertenmeinung aus. Denn wer mit den Datenbergen richtig umgeht, kann durch die (neu) gewonnene Transparenz stark profitieren. Entweder die in Echtzeit analysierten Daten dienen als Grundlage für Management-Entscheidungen oder es werden sogar automatisierte Entscheidungsprozesse hinterlegt. Beides minimiert Geschäftsrisiken dramatisch.

Mit Big Data Fertigungsprozesse optimieren

Im Bereich Fertigungstechnik können produzierende Unternehmen ihre Fertigungsprozesse mit Big Data sehr gut optimieren, denn im laufenden Betrieb lassen sich Produkte mit Big Data Informationen zuverlässig überwachen. Dafür erfassen beispielsweise Sensoren an Produkten und entlang von Produktions- und Lieferketten die Daten, die von Big-Data-Technologien dann ausgewertet werden. Aus den Ergebnissen können intelligente Diagnosen mit Trendanalysen erstellt werden, die präventiv wirken können. Dazu werden aktuelle Produkt- und Sensorinformationen mit Informationen aus dem Service oder früheren Fehlern korreliert und ausgewertet. Gerade auch beim Thema Inventar-Management und bei der Produktionsplanung sind diese Zahlen von unschätzbarem Wert.

Datenpotenziale in der Lieferkette

Die Lieferkette ist ein weiteres gutes Beispiel aus der Fertigungsindustrie. Hier ist eine Vielzahl an Parteien involviert, die alle ihren Mehrwert zum Produkt beisteuern. Während des ganzen Prozesses wird so eine große Menge an Daten von disparaten Quellen erzeugt. Die ineinandergreifenden Elemente der Wertschöpfungskette brauchen deshalb unbedingte Transparenz, um Produkte in der richtigen Qualität und zum angemessenen Preis zu liefern - innerhalb eines Rahmens sich stetig ändernder Gesetze und Regularien. Nicht überraschend, profitieren laut dem Branchenverband Bitkom unter anderem die Bereiche Distribution und Logistik sowie Finanz- und Risiko-Controlling besonders von Big Data. Damit sich aus den vielen Daten auch die wirklich relevanten Informationen filtern lassen, bedarf es einer mächtigen und doch einfach anzuwendenden Analyseplattform, auf die von überall zugegriffen werden kann. Und zwar schnell und von allen Anwendern im Unternehmen, die diese Daten für ihre tägliche Arbeit benötigen - nicht nur von wenigen IT-Experten. Eine intuitive Vorgehensweise und eine grafisch ansprechende Visualisierung helfen bei der Datenaufbereitung, die die Basis für wichtige unternehmerische Entscheidungen bereitet.

So ausgestattet, können Unternehmen dann auch die Flügel ihrer Windmühlen zum Drehen bringen.