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Verkauft Sun bald Server mit Windows?

04.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ob Sun irgendwann seine Server auch mit Microsofts Windows verkauft, hängt offenbar vor allem davon ab, ob Kunden und Partner dies wünschen. Zumindest erklärte vergangene Woche Tom Goguen, Vice President of Operating Systems Marketing: "Das kommt darauf an, was unsere Kunden von uns verlangen. Wenn wir genug Kunden haben, die sagen, wir sollten eine derartige Beziehung mit Microsoft haben, dann werden wir das tun."

Bislang hörte sich das in Palo Alto noch anders an. Zwar hat Sun seine x86/x64-Server schon länger für Windows zertifiziert, eine OEM-Beziehung als Windows-Wiederverkäufer (wie sie Dell, HP, IBM und Co. betreiben) hielt das Unternehmen bislang aber für unnötig. John Fowler, Executive Vice President der Network Systems Group, hatte noch im April geäußert, die meisten Kunden kauften sich ihr Windows ohnehin selbst und holten sich den Support über Channel-Partner.

Michael Goulde von Forrester Research erwartet indes, dass Sun noch vor Ende dieses Jahres auf seinen PC-Servern Windows auch als OEM anbieten wird, um sich rechtzeitig auf den Start der nächsten Windows-Version "Longhorn" einzustellen. "Es wäre sinnvoll für sie, an Bord zu kommen, wenn das Beta-Programm für Longhorn startet", findet der Analyst.

Ein solcher Schritt hätte aus Sicht von Goulde für Sun sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits würde der Zugriff auf Microsofts Entwickler und Vertriebler es dem Unternehmen ermöglichen, Windows effizienter und profitabler an seine Kunden zu bringen. Andererseits könnte er aus Kundensicht Suns Commitment zur hauseigenen Betriebssystemplattform Solaris untergraben. (tc)