Veeam Backup & Replication für Server-Virtualisierung

Veeam Backup & Replication 7 R2 im Test

Andrej Radonic ist Experte für Virtualisierung, Cloud-Technologien und Open Source Anwendungen. Der Fachbuchautor ist Vorstand der interSales AG und entwickelt für mittelständische Unternehmen anspruchsvolle E-Commerce Lösungen.
Für das Sichern und Rücksichern virtueller Maschinen gelten andere Gesetze als für physisch betriebene Server. Spezielle Backup-Lösungen wie Veeam Veeam Backup & Replication 7 adressieren das Thema ganzheitlich und integrieren auch Disaster-Recovery-Lösungen mit effizienter WAN-Replikation.

Der Siegeszug der Server-Virtualisierung in Rechenzentren führt generell zu höherer Verfügbarkeit, kann aber aufgrund der Konsolidierung vieler Server und Applikationen auf einige wenige physische Hosts durch einen einzigen Katastrophenfall zum Ausfall vieler Anwendungen führen. Herkömmliche Backup-Lösungen, die für nicht-virtualisierte Server-Umgebungen entwickelt wurden, greifen für die Absicherung solcher Umgebungen zu kurz: Das Management für eine große Anzahl virtueller Maschinen (VMs) ist zu unflexibel, Agenten-basierte Backups belasten die Hosts zu stark und Backup-Jobs dauern zu lange, um die heutigen Anforderungen an sehr kurze Ausfall- und Recovery-Zeiten zu erfüllen.

Spezielle Lösungen für virtualisierte Infrastrukturen

Speziell für virtualisierte Server-Umgebungen konzipierte Backup-Lösungen wie Veeam Backup & Replication verfolgen das Ziel, Backup-Zeiten zu minimieren und Administratoren zu entlasten. Dabei sollen sie sparsam mit dem Speicherplatz umgehen und ganz allgemein die Vorteile virtueller Systeme auch für Disaster-Recovery-Szenarien nutzen.

Veeam wurde als Backup-Lösung ausschließlich für die Datensicherung virtualisierter VMware vSphere- und Microsoft Hyper-V Umgebungen entwickelt. Mit dem neuen R2 Release der Version 7 unterstützt Veeam laut eigenen Angaben als erster Hersteller auch deren neueste Versionen vSphere 5.5 sowie Hyper-V beziehungsweise Windows Server 2012 R2.

Veeam verfolgt ein 2-in-1 Konzept: Neben Backups umfasst das Programm auch Replikationsmechanismen, um Backups automatisch an andere Standorte zu spiegeln und - wenn nötig - für Disaster Recovery einen automatischen Failover dorthin durchzuführen.

Hypervisor vereinfacht inkrementelles Backup

Foto: watcharakun, Shutterstock.com

Den auf virtualisierte Server spezialisierten Backup-Produkten ist gemeinsam, dass sie über den Hypervisor quasi von außen auf die VMs zugreifen. Auf diese Weise können sie komplette Images über die Erstellung von Snapshots sichern und kommen ohne Agents in den einzelnen VMs aus. Dabei kommt ihnen zugute, dass die Virtualisierungsschicht viel über das Innenleben einer VM weiß und diese Informationen über APIs weitergibt. So führt der Hypervisor Buch über alle Blöcke der VM, die sich verändert haben.

Die VMware-konformen Backup-Programme nutzen dieses Change Block Tracking (CBT), um die inkrementelle und differenzielle Datensicherung zu beschleunigen und die zu speichernde Datenmenge zu reduzieren. In der Vergangenheit mussten die Tools Images aufwändig vergleichen, um Veränderungen zu finden, was die Backupdauer extrem verlängert.

Die dank CBT einfach abrufbaren Informationen über Änderungen in VMs vereinfachen nicht nur das Backup und beschleunigen das Sichern deutlich, sondern eröffnen zudem neue Möglichkeiten. So nutzt Veeam dieses Feature, um Veränderungen in kurzen Intervallen zu sichern. Der Hersteller nennt dieses Konzept "Near Continous Data Protection", das deutlich günstiger ausfällt als die Systeme zur Sicherung in Echtzeit.