Cloud Computing / Virtualisierung

Top-Priorität 2010 für CIOs

Oliver Häußler arbeitet als freier Journalist und Moderator in der IT- und Telekommunikationsbranche. Seine journalistischen, wirtschaftlichen und technischen Erfahrungen sammelte der Kommunikationswissenschaftler während seiner über 20 Jahre langen Tätigkeit als Chefredakteur von renommierten Fachzeitschriften wie der Funkschau, FunkschauHandel, NetworkWorld und als Moderator von Kongressen, Webcasts und zahlreichen Podiumsdiskussionen.
Beim Überprüfen des IT-Strategie- und Kommunikationsplans muss laut Experton Group überlegt werden, inwiefern neue Entwicklungen wie Cloud Computing den veränderten Unternehmensanforderungen gerecht werden. Laut einer Umfrage befassen sich Unternehmen 2010 jedoch mehr mit Einsparungen als mit Strategieentwicklungen.
Nach Meinung von Luis Praxmarer, Global Research Director bei der Experton Group, gehören die Themen IT-Strategie und Messung in allen Unternehmen ganz oben auf die Prioritätenliste.
Nach Meinung von Luis Praxmarer, Global Research Director bei der Experton Group, gehören die Themen IT-Strategie und Messung in allen Unternehmen ganz oben auf die Prioritätenliste.

"Mindestens einmal jährlich muss ein CIO seinen IT-Strategie-Kommunikationsplan überprüfen und aktualisieren, um veränderten Unternehmensanforderungen und auch neuen IT-Entwicklungen Rechnung zu tragen, wie zum Beispiel Cloud Computing, Enterprise 2.0 oder SOA", schreibt Luis Praxmarer, Global Research Director bei der Experton Group, im aktuellen Newsletter des Marktanalyseinstituts.

Doch nicht jedes Unternehmen verfügt über eine ausgereifte IT-Strategie - wenn es überhaupt jemals eine Strategie entwickelt hat. Daher hängt diese Aktivität laut Praxmarer stark vom Reifegrad eines Unternehmens ab. In einem Zehn-Punkte-Plan listet Experton Group die Top-Prioritäten für CIOs auf, die - je nach Reifegrad des Unternehmens - unterschiedlich zu gewichten sind.

Top-Ten-Prioritätenliste

  1. IT-Strategie- und Kommunikationsplan: Einmal pro Jahr zu überprüfen und aktualisieren.

  2. Messung und Benchmarking: Sie bieten die Voraussetzung, um festzustellen, wie es um die Erfüllung der Ziele bestellt ist, ob sich der Reifegrad erhöht hat, wo es noch Lücken gibt; des Weiteren die Basis für das Aufsetzen und die Verfolgung von Leistungsindikatoren und Metriken.

  3. ITIL & COBIT-Reifegrad über 3, Sourcing: Grundvoraussetzung für die erforderlichen operativen Fähigkeiten und Serviceorientierung für die Bereitstellung, den Einkauf und die Integration von Services bzw. deren Outsourcing.

  4. Security als proaktiver Business-Enabler: Die Security-Budgets stehen mittlerweile unter Druck, denn ihr Mehrwert und Nutzen wird nicht unbedingt wahrgenommen. Das Thema Sicherheit muss als Business-Enabler aufgestellt werden. Das Ziel besteht nicht mehr darin, den Zugriff von außen zu verhindern, sondern den gezielten und berechtigten Zugriff auf Daten und Applikation auf breiterer Basis (intern wie auch extern) sowie die Zusammenarbeit auf Basis entsprechender Berechtigungen zu ermöglichen.

  5. Applikationsportfolio-Management: Das Bereinigen alter Applikationen muss umgehend angegangen werden. In einem nächsten Schritt sollte die zukünftige Applikationsarchitektur und Lösungslandschaft entwickelt werden.

  6. Rechenzentrum, Server, Storage und Client: Nach beendeter Konsolidierung steht in vielen Unternehmen jetzt Virtualisierung ganz oben auf der Prioritätenliste; Ziel ist es, die Infrastrukturkosten herunterzufahren. Green-IT soll in erster Linie ökonomisch betrachtet werden und in zweiter Linie für Marketingzwecke und CSR (Corporate Social Responsiblity).

  7. BI, DW und Enterprise Performance Management: Mit Business Intelligence kann IT schon seit zehn Jahren einen schnellen Nutzenbeitrag erzielen. Unternehmen, deren IT bereits ziemlich ausgereift ist, haben eine erfolgreiche DW-Strategie aufgebaut und den Schritt hin zu EPM im Fokus; letzteres ermöglicht eine ganzheitliche Sicht und erhöht die Transparenz der Daten und der Prozessqualität.

  8. Geschäftsprozess-Know-how (branchenspezifisch): Es fehlt an Geschäftsprozessexperten auf der Geschäfts- wie auch auf der IT-Seite, insbesondere Spezialisten mit Branchenwissen. Auf diesem Bereich sollten CIOs in den nächsten paar Jahren einen starken Entwicklungsfokus legen.

  9. Innovationsteams, neue Geschäftsmodelle: Verbesserungen bei den Geschäftsprozessen sind normalerweise evolutionärer Natur und gehen schrittweise vor sich. Neue Geschäftsmodelle können allerdings die bislang gängigen Vorgehensweisen von Grund auf verändern. 69 Prozent der CEOs erwarten umfassende, 29 Prozent moderate Änderungen des Geschäftsmodells. Innovationen sind ein starkes Alleinstellungsmerkmal. Auf IT aufsetzende Innovationen müssen von der IT proaktiv vorangetrieben werden. Automatisierung und Self-Service-Angebote sind sehr gute Beispiele dafür.

  10. Human Ressource/Capital Management (1/3/5/+ Jahres-Pläne): Der IT-Welt steht ein drastischer Paradigmenwechsel bevor; im Zuge dieser Entwicklung verlangt das Thema HRM bzw. HCM sehr viel mehr Aufmerksamkeit. Es geht weg vom "Plan-Build-Run" der Vergangenheit hin zum "Innovate-Design-Procure-Manage-Improve" der Zukunft. Die Anzahl der Mitarbeiter, die für den Aufbau und Betrieb der IT-Infrastruktur benötigt werden, wird stark zurückgehen und "Consumerization" wird einen starken Einfluss ausüben, auf der anderen Seite besteht eine starke Nachfrage nach Geschäftsprozessexperten, Business-Analysten und Architekten.