SAP will in den Sportmarkt

State-of-the-Art-IT beim FC Bayern

23.11.2015
Von 
Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategischen und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.

Fünf Ziele für Digital 4.0

Den Aufbau der neuen Infrastruktur und der darauf basierenden Anwendungen fasst Mennerich unter dem Projektnamen "Digital 4.0" zusammen. Der Verein peile fünf Ziele an:

  • Branding,

  • Internationalisierung,

  • Sponsoring,

  • Merchandising und

  • CRM.

Die Arbeit am Backend ist in diesem Rahmen auch deshalb notwendig, damit weiterhin die üblichen Anforderungen an Stabilität und Sicherheit der IT-Systeme erfüllbar bleiben. Zudem soll eine einheitliche Plattform für die internationalen Tochterfirmen helfen, die Komplexität der Angebote am Frontend zu mindern.

Darüber hinaus ist die konsolidierte Plattform erst die Voraussetzung, um auf der Kundenseite immer wieder neue und überraschende Anwendungen launchen zu können - getreu dem von Mennerich propagierten Motto: "Wir wollen dem User Angebote liefern, die für ihn persönlichen Nutzen bringen." Und dazu müsse man "die Systeme so bauen, dass wir ständig in der Lage sind, schnell zu nutzen, was neu in der digitalen Welt entsteht und für unsere Fans relevant ist". Um diese Strategie umzusetzen, entstehen ständig neue homogenisierte Applikationen.

Spieler als Marken: Player Shops sind Online-Shops, die sich auf einen bestimmten Spieler konzentrieren.
Spieler als Marken: Player Shops sind Online-Shops, die sich auf einen bestimmten Spieler konzentrieren.
Foto: FC Bayern München

Für die künftige Weiterentwicklung hat die ­FC-Bayern-IT einige Ideen ausgebrütet und bereits in der Mache. Dazu gehören beispiels­weise die "Player Shops". Das sind Online-Shops, die sich auf einen bestimmten Spieler konzentrieren. Sie bieten Merchandising-Produkte, angereichert durch jeweils passenden Content.

"Was alles möglich ist, hat erstmals die Verpflichtung von Javier Martínez gezeigt", nennt Mennerich ein Beispiel: "Da haben wir alles live und in Farbe übertragen und mit integrierten Merchandising-Angeboten angereichert."

Damit der Löwe leer ausgeht

Entwickelt werden solche Ideen im Lenkungskreis, dem neben IT und Datenschutz auch Fachbereichsvertreter angehören, darunter der Fanclub-Verantwortliche Raimond Aumann. Umgesetzt werden sie mit Hilfe einer agilen Entwicklungsmethode ("Scrum"). Das ist laut Mennerich insofern wichtig, als sich die Applikationen so schnell ändern müssen wie die Märkte. Wirklich fertig würden die Systeme sowieso nie, so das Fazit des IT- und Medien-verantwortlichen: "Die Gazelle muss jeden Tag rennen, damit der Löwe sie nicht frisst."