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Soft M zollt der Marktflaute Tribut

02.04.2004

Der ERP-Spezialist Soft M Software und Beratung AG hat das Geschäftsjahr 2003 mit durchwachsenen Ergebnissen abgeschlossen. Während die Einnahmen im Geschäft mit Standardsoftware leicht gesteigert werden konnten, sanken die Umsätze in der Beratung und vor allem im Hardwaresegment. Auch beim Ergebnis mussten die Münchner Federn lassen, blieben aber im profitablen Bereich. Für 2004 rechnet der Vorstand wieder mit einer erheblichen Steigerung bei Umsatz und Ergebnis.

Soft-M-Vorstandschef Hannes Merten zog vor Journalisten in München ein klares Fazit: "2003 war ein schwieriges Jahr." Mit 69,2 Millionen Euro machte sich dies unter anderem im Umsatz bemerkbar, der deutlich hinter dem des Vorjahres (75,9 Millionen Euro) zurückblieb. Dabei konnte beim reinen Vertrieb von Standardsoftware gegenüber 2002 sogar ein leichtes Wachstum 15,3 auf 15,9 Millionen Euro erzielt werden, während die Münchner in ihrem Geschäftsfeld Beratung ein Minus von sechs Prozent von 24,3 auf 22,8 Millionen Euro hinnehmen mussten. Ebenfalls um knapp sechs Prozent rückläufig waren auch die Hardwareeinnahmen – und zwar von 36,3 auf 30,4 Millionen Euro.

Merten führte den Umsatzeinbruch auf die anhaltend schwache Konjunktur und den damit verbundenen Investitionsstau vor allem auch im Mittelstand zurück. Nicht zufrieden war der Soft-M-Chef auch mit dem Ergebnis, das sich auf Basis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (Ebt) im Vorjahresvergleich von 1,6 Millionen auf 200 000 Euro verringerte. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) ging von 7,5 auf 6,2 Millionen Euro zurück; als Ergebnis nach Steuern wird sogar ein Fehlbetrag von 600 000 Euro ausgewiesen. Merten begründete die letztgenannte Kennziffer mit der Besteuerung diverser Auslandstöchter und Firmenwertabschreibungen. Unter dem Strich stehe die Company mit einem operativen Cash Flow von 4,1 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2003) auf einem mehr als soliden Fundament, hieß es. An die Aktionäre werde deshalb wie im Vorjahr eine Dividende von 0,05 Euro je Aktie ausgeschüttet.

Für 2004 zeigte sich Merten vergleichsweise optimistisch. Sowohl er als auch Marketing-Vorstand Ralf Gärtner gehen von dem prognostizierten Aufschwung des ITK-Marktes aus, wonach dessen Wachstumsraten in den nächsten Jahren deutlich über dem allgemeinen Bruttosozialprodukt in Deutschland liegen werden. Daneben führten beide Soft-M-Manager spezifische Marktfaktoren in Feld, die für eine Belebung des Geschäfts sorgen dürften. So gehen sie von einem Ende des Investitionsstaus bei ihrer vorwiegend mittelständischen Klientel aus – ein Faktor, der sich vor allem auch in höheren Hardware- und Beratungs-Umsätzen niederschlagen soll. Große Erwartungen verknüpft Soft-M auch mit der Multiplattform-Strategie der eigenen ERP-Lösung "Soft M Suite", die neben dem für die Münchner traditionellen OS/400-Umfeld seit geraumer Zeit auch in Windows-Umgebungen läuft sowie ab Mitte 2004 auch für Linux verfügbar sein wird. Auch

die im Oktober vergangenen Jahres angekündigte Vertriebspartnerschaft mit T-Systems, die Soft M zusätzliche Umsätze in Skandinavien, den Benelux-Staaten sowie in Osteuropa bringen soll, laufe gut an, hieß es.

Unter Berücksichtigung der in 2003 getätigten Zukäufe – darunter die komplette Übernahme des auf den Vertrieb von "I-Series"-Server der IBM spezialisierten Kulmbacher Systemhauses Update Systemintegration GmbH - kalkuliere man im laufenden Jahr mit einem Umsatz von rund 90 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis (Ebt) von 2,4 Millionen Euro, betonte Merten. Die Umsätze der Monate Januar und Februar würden diese positive Annahme im direkten Vorjahresvergleich untermauern, noch sei dies aber "lediglich eine Prognose". Jedenfalls haben sich die Münchner auf auch der Mitarbeiterseite auf den beginnenden Aufschwung eingestellt. Man habe sich, so der Soft-M-Chef, im vergangenen Jahr "aus gutem Grund" nur von rund 30 Mitarbeitern getrennt. Andere Softwarefirmen hätten 2003 nur deshalb vergleichsweise gute Ergebnisse erzielt, weil sie "radikale und vielfach auch überzogene Personalmaßnahmen durchgeführt haben". (gh)