Kommunikation in sozialen Netzen

Social-Media-Manager gesucht

Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
Social-Media-Experten planen, steuern und beobachten die Kommunikation eines Unternehmens in sozialen Medien. Zu ihren Aufgaben gehört auch die Beratung von Führungskräften wie IT-Leitern.
Welche konkreten Aufgaben ein Social-Media-Experte übernimmt, kann sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden.
Welche konkreten Aufgaben ein Social-Media-Experte übernimmt, kann sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden.
Foto: bröc/Fotolia.com

Das Berufsbild des Social Media Managers ist inzwischen "etabliert", so zumindest beschreibt es der Branchenverband Bitkom seit kurze. Denn in einer Umfrage unter mehr als 850 Unternehmen gaben 16 Prozent an, dass sie einen oder mehrere Mitarbeiter beschäftigen, die für den Einsatz und die Nutzung sozialer Medien verantwortlich sind. Im Jahr 2011 gab es solche Mitarbeiter nur in jedem zehnten Unternehmen. Darüber hinaus planen weitere sieben Prozent der Befragten aktuell konkret die Schaffung einer entsprechenden Stelle.

Social Media Experten planen, steuern und beobachten die Kommunikation eines Unternehmens in sozialen Medien, beschreibt der Branchenverband das Stellenprofil. Konkret würden sich Social Media Manager um die Auswahl und Einführung geeigneter Social Media Plattformen kümmern, diese redaktionell betreuen und Mitarbeiter und Führungskräfte - und damit auch CIOs - im Umgang mit den sozialen Medien beraten.

Doch welche konkreten Aufgaben man in diesem Berufsfeld bei einem Arbeitgeber übernimmt, kann sich von Unternehmen zu Unternehmen unterscheiden. "Ein Kandidat sollte nicht nur auf den Titel Social Media Manager schielen, sondern sich die Aufgabengebiete in der Stellenbeschreibung genau ansehen", empfiehlt deshalb André Soder, Geschäftsführer der Hamburger Personalberatung TargetPeople.

"Ein Kandidat sollte nicht nur auf den Titel Social Media Manager schielen, sondern sich die Aufgabengebiete in der Stellenbeschreibung genau ansehen", empfiehlt André Soder, Geschäftsführer der Hamburger Personalberatung TargetPeople.
"Ein Kandidat sollte nicht nur auf den Titel Social Media Manager schielen, sondern sich die Aufgabengebiete in der Stellenbeschreibung genau ansehen", empfiehlt André Soder, Geschäftsführer der Hamburger Personalberatung TargetPeople.
Foto: TargetPeople

Im persönlichen Gespräch sollte man nachhaken, welche dieser Aufgaben in erster Linie zu erfüllen sind. Oft gibt die Unternehmensgröße erste Anhaltspunkte für die Aufgabengebiete: "Tendenziell ist es eher so, dass kleinere Firmen das Thema pragmatischer angehen und jemanden einstellen, der auch die redaktionelle Bearbeitung und Pflege übernimmt", weiß Soder. In größeren Unternehmen steuerten Social Media Manager externe Dienstleister, die die Kanäle betreuen.

Nachfrage hat sich verdoppelt

Dass der Bedarf an Social Media Experten rasant wächst, bestätigen auch seine Erfahrungen: "Die Nachfrage für Social Media Manager hat sich nach unseren Erkenntnissen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verdoppelt", sagt Soder. Kandidaten, die die Personalberatung TargetPeople erfolgreich als Social Media Manager vermittelt, bringen in der Regel zwei bis drei Jahre praktische Erfahrungen mit, auch wenn sie das Thema nur als Teilbereich ihrer bisherigen Aufgaben betreut haben.

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Weiterbildungsangeboten im Bereich Social Media, die in der Regel berufsbegleitend absolviert werden. Allerdings hätten sich noch keine allgemeingültigen Standards für die Qualifizierung und Zertifizierung von Social Media Managern durchgesetzt, so die Einschätzung des Bitkom. Wie sinnvoll so eine Weiterbildung ist, hängt nach Ansicht von André Soder davon ab, wie viel Berufserfahrung ein Kandidat mitbringt: "Quereinsteigern kann eine Weiterbildung zum Social Media Manager helfen", findet Soder. Wer sich allerdings schon seit zwei bis drei Jahren beruflich mit dem Thema beschäftige, brauche so eine Zusatzqualifikation nicht.