Business Intelligence

So managen Sie BI-Projekte

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Für hohe Datenqualität sorgen, das Competence Center optimal einrichten, entlang fachlicher Domänen organisieren - Projekte rund um Business Intelligence sind aufwändig und keineswegs trivial.

Natürlich ist es eine Binsenweisheit, dass BI-Projekte die volle Unterstützung des Unternehmens-Management benötigen. Schließlich geht es hier um ein Vorhaben, dass nicht vor Bereichsgrenzen oder Hierarchieebenen halt machen darf. Die Wahrscheinlichkeit, dass Erfolgshemmnisse auftreten, die sich zu "Show-Stoppern" für das Gesamtprojekt auswachsen, ist groß. Damit ist das Ziel, die Unternehmenssteuerung durch Business Intelligence zu verbessern, stets gefährdet, wenn die Führungsriege nicht voll und ganz im Boot ist.

Das Mandat

Auf 272 Seiten: Praxistipps zur Business Intelligence von Ronald Bachmann und Dr. Guido Kemper.
Auf 272 Seiten: Praxistipps zur Business Intelligence von Ronald Bachmann und Dr. Guido Kemper.
Foto: Verlagsgruppe Hüthig-Jehle-Rehm

Ist das Mandat für das BI-Projekt erteilt, geht es darum, dies im Unternehmen bekannt zu machen. Hier ist die offizielle Top-Level-Kommunikation gefragt. Vor allem in Großkonzernen kann auch das - völlig legitime - Infragestellen des Mandats den Projektfortschritt hemmen, da in der Folge längere Entscheidungsprozesse anstehen, in denen nichts vorangeht. Deshalb: Ein BI-Programm, ein Business Intelligence Competence Center und alle Projekte und Organisationselemente, die am Aufbau von BI beteiligt sind, müssen unmissverständlich und transparent vom Top-Management das Mandat zur Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen erhalten. Im Idealfall tritt ein Geschäftsführungsmitglied als Sponsor auf.

Das Buch zum Thema

"Raus aus der BI-Falle"

Dieser Beitrag beruht auf Inhalten des soeben erschienenen Buchs "Raus aus der BI-Falle; Wie Business Intelligence zum Erfolg wird" von Ronald Bachmann und Guido Kemper. Die Autoren beschäftigen sich nicht nur mit Grundfragen zur BI, sondern auch damit, welche Rollen die IT-Organisation, die Fachbereiche und das Management idealerweise spielen. Es fragt nach den strukturellen Ursachen für das Scheitern von BI-Projekten und bietet wertvolle Informationen zu Referenzmodellen, Architekturfragen und Projekt-Management.

Das Buch kostet 24,95 Euro und ist bei mitp erschienen (hier das Vorwort). Nähere Infos finden Sie auch bei Amazon.de.

Ob ein Unternehmen BI-ready ist, ist vor diesem Hintergrund nicht zuletzt eine Frage der Unternehmenskultur. Diese ist stark durch das Top-Management geprägt: Wichtig ist dabei die Verbindlichkeit, mit der die Führungskräfte für gewöhnlich handeln. Wer ein BI-Projekt angeht, sollte selbstkritisch fragen, ob die für den Projekterfolg hochrelevante Verbindlichkeit gegeben ist. Dabei ist das "innere Wertesystems des Unternehmens", das meist auf der Einhaltung eines verbindlichen Regelwerks beruht, ein wichtiger Ausgangspunkt. Es geht hier um Grundfragen zur Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen und um Aspekte der Ethik und Moral. Oft existiert in den Unternehmen ein "Code of Conduct", der die Regeln für den Umgang der Mitarbeiter untereinander beschreibt. All das ist beim Aufsetzen folgenreicher BI-Projekte genau zu beachten.

Lesenwertes zum Thema:

Checkliste Business Intelligence;

Woran BI-Projekte scheitern;

Hätte die Finanzkrise durch BI vorhergesehen werden können?