Social Business Collaboration im Test

Sharepoint versus Confluence und Jive

17.12.2012 | von Oliver Wucher, und Johannes Reebs
Jörg Schmidl ist Senior Consultant bei der Business- und IT-Beratung Q_Perior in München.
Social Business Collaboration trägt Prinzipien des Web 2.0 in die Unternehmen. Dafür eignen sich Plattformen wie Jive, Sharepoint und Confluence.
Social Business Collaboration mit Sharepoint, Jive und Confluence.
Social Business Collaboration mit Sharepoint, Jive und Confluence.
Foto: Sergej Khakimullin/Shutterstock

Effiziente Zusammenarbeit basiert auf Kommunikation, Wissensaustausch sowie der Koordination von Mitarbeitern und Teilaufgaben. Um dies zu unterstützen, waren bis vor wenigen Jahren mächtige, aber damit oft auch schwerfällige Lösungen zum Dokumenten- beziehungsweise Wissensmanagement sowie Groupware-Lösungen mit Kalender- und Planungsfunktionen das Mittel der Wahl. Schaut man sich andererseits die „Freizeit“-Anwendungen des Social Web wie Facebook, Google+ oder andere an, wird dort Vergleichbares geleistet, dies aber meist ausgesprochen schnell, flexibel und selbstkoordiniert. Zudem ist dank Nutzerfeedback die Qualität des Ergebnisses schnell offensichtlich. Gerade diese Vorteile machen die Nutzung von Social Business Collaboration (SBC) – der Übertragung der Prinzipien des Web 2.0 in die Unternehmenswelt – so interessant. SBC ist jedoch keine bloße Kopie der Social Web Anwendungen. Vielmehr gilt es, Gegebenheiten wie die Anbindung an übergreifende User-Directories, strenge Sicherheitsmechanismen und den Schutz der Privatsphäre mit den Prinzipien des Social Web in Einklang zu bringen.

Hat sich eine Firma dazu entschlossen, eine SBC-Plattform für Social Business Collaboration einzuführen, hat sie die Qual der Wahl: Das verfolgte Ziel spielt dabei eine zentrale Rolle. Zu den häufig anvisierten Resultaten zählen verbessertes Wissensmanagement durch schnelleres Finden bereits vorhandener Inhalte, schnelleres Lokalisieren interner Experten, die erleichterte Ideengenerierung sowie die Reduktion von Kommunikationsaufwänden.

Neben den verfolgten Zielen spielen die Eigenschaften der internen Prozesse, Arbeitsweisen und IT-Systeme eine wichtige Rolle. Beide Aspekte sind bedeutsam, weil sich viele Softwareanbieter zwar SBC auf Ihre Fahnen schreiben, aber mit ihren Angeboten unterschiedliche Schwerpunkte bedienen. Grob lassen sich hierbei drei Anwendungsklassen unterscheiden, die sich in den untersuchten Lösungen spiegeln:

  • Anwendungen, die Collaboration mit starkem Fokus auf freier, persönlicher Interaktion als ihren Kern erachten. Dazu gehört JiveSoftware’s Jive SBS, hier in der Version 5.0 untersucht.

  • Anwendungen, die strukturierte Interaktion durch Portalfunktionalität, ECM und/oder Prozessausführung im Kern unterstützen und nun um weitere Social Collaboration Funktionen ergänzen. Ein Beispiel dafür ist Microsoft Sharepoint 2010.

  • Anwendungen, die kollaborative Dokumenten- und Wissensverwaltung dokumentenzentriert unterstützen und jetzt mit weiteren SBC-Funktionen ausgestattet werden. Zu dieser Gruppe gehört Confluence von Atlassian Software, hier in der Version 4.1 betrachtet.

Beim Vergleich der drei Plattformen wurde vor allem auf folgende Merkmale geachtet:

  • Personalisierbarkeit,

  • Wiedererkennungswert,

  • Arbeiten mit Dokumenten,

  • Informationsstrukturierung, Informationsfilterung, Weiterleiten von Informationen,

  • Social Analytics,

  • Integration in IT-Landschaft, inkrementelle Funktionserweiterung, customized Extensions,

  • Berechtigungsmanagement,

  • Unterstützung (teil-) standardisierter Interaktion.

 

Nikolai Shulgin
Wenn Sharepoint, Jive und Confluence "etwas" zu teuer sind, gibt es durchaus günstigere Alternativen: http://www.computerwoche.de/a/das-intranet-aus-der-cloud-wird-sozialer,2529664

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