Sendeschluss für Handy-TV von Watcha

30.04.2008
Ab morgen gibt es kein Handy-TV mehr in Deutschland, abgesehen von einigen Videostreams per UMTS. Das DMB-Fernsehen von Watcha wird abgeschaltet, weil der Betreiber Mobiles Fernsehen Deutschland nie genug Kunden dafür fand. Die Verantwortung schiebt er auf die mangelnde Vielfalt bei den Endgeräten und die Unterstützung der Europäischen Union für den Konkurrenzstandard DVB-H.

Das Handy-TV von Watcha wird ab morgen abgeschaltet. Der Betreiber Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) hat Berichte bestätigt, dass er den Sendebetrieb seines Fernsehens für Mobiltelefone mit dem DMB-Standard ab 1. Mai einstellt. Die Sendelizenz wurde mit Wirkung zum 30. April zurückgegeben und deswegen bleibt der Bildschirm ab morgen schwarz. Die Vermarktung sei schon vor einigen Monaten eingestellt worden, hatte AreaMobile.de in der vergangenen Woche bei einer Anfrage in der Pressestelle erfahren. Allerdings hieß es damals noch, dass für die Bestandskunden das Mobilfunkfernsehen weiter läuft und MFD gern ein Testgerät schickt. Deswegen kommt der Sendeschluss ziemlich plötzlich.

In Nürnberg, Hamburg und München sei der kommerzielle Sendebetrieb schon seit März zurückgefahren worden, heißt es in einer Stellungnahme. MFD habe sich rechtzeitig mit seinen Vertriebspartnern Debitel, Mobilcom und Simply geeinigt und die Unternehmen hätten ihre Watcha-Kunden bereits informiert. Zukünftig werde das DMB-Sendenetz vorrangig in bestimmten Großstädten als Testfeld betrieben und zur Entwicklung neuer Medien- und Datendienste genutzt. Ein weiteres Ziel der Umstellung ist es, Modelle für konvergente Angebote im Bereich des mobilen Fernsehens zu erproben.

Als Grund für den plötzlichen Sendeschluss nennt MFD "die mangelnde kommerzielle Perspektive für mobiles Fernsehen über die Technologie DMB". Eine geringe Modellvielfalt auf Seiten der Endgeräteindustrie, die mangelnde Akzeptanz seitens der Marktteilnehmer sowie die eindeutige Empfehlung der Europäischen Union für die Technologie DVB-H verhinderten den weiteren Ausbau eines kommerziellen Dienstes im alternativen Standard DMB.

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