Interview SAP-Vorstand John Schwarz

SAPs BI-Strategie zwischen Umbau und Aufbruch

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Kunden von SAP-Software für Business Intelligence und Partnern wird Einiges abverlangt: Produkte sind abgekündigt, und nicht jeder Dienstleister bleibt an Bord. Immerhin verspricht die Softwareentwicklung Neuigkeiten.

CW: Herr Schwarz, vor einem Jahr kündigte SAP die Übernahme von Business Objects für 4,8 Milliarden Dollar an. Mittlerweile haben Sie eine Roadmap vorgestellt und die Unternehmen weitgehend vereinigt (siehe auch das Interview mit John Schwarz vom März dieses Jahres). Wie empfinden Sie als früherer CEO von Business Objects die Zusammenarbeit mit SAP?

Schwarz: Die Unterschiede ergeben sich durch unserer Produkte und Kunden. SAP verkauft unternehmenskritische Software mit langen Entwicklungszyklen und einer längeren Geschäftsanbahnung. BI-Software ist ebenfalls wichtig für die Unternehmenssteuerung, aber strategisch nicht derart hoch angesiedelt. Typisch sind für BO zudem kurze Produktzyklen und eine schnelle Kundenansprache.

CW: Sehen Sie auch organisatorische Unterschiede?

SAP-Vorstand John Schwarz sieht das BI-Geschäft auf Kurs und verrät erste Details zu neuen Produkten.
SAP-Vorstand John Schwarz sieht das BI-Geschäft auf Kurs und verrät erste Details zu neuen Produkten.

Schwarz: Wir haben die Integration der Organisationen und IT-Systeme abgeschlossen und führen heute das Unternehmen in seinem angestrebten Zustand.

CW: Arbeiten Sie damit auch anders als zuvor?

Schwarz: Alles ändert sich: die Produkte, die Organisation, die Prozesse im Unternehmen. Dennoch versuchen wir die Marke, die Produktlinie, und den Vertrieb von Business Objects so weit es geht zu erhalten. So kommunizieren beispielsweise unsere Mitarbeiter/Entwickler weiterhin direkt mit Kunden.