BlackBerry World 2011

RIM stellt BlackBerry Bold 9900 und BBOS 7 vor

Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Im Rahmen der RIM-Konferenz BlackBerry World hat der kanadische Hersteller sowohl Updates für seine Produktlinie wie auch das eigentliche Smartphone-Betriebssystem vorgestellt.

Das neue BlackBerry Bold 9900 wird das künftige Flaggschiff im RIM-Portfolio sein. RIM-VP für Handheld Portfolio & Business Management Carlo Chiarello stellte das Produkt vor, das vor allem durch sein Design und die laut RIM "industriebeste" QWERTZ-Tastatur seine Konkurrenz ausstechen soll. Tatsächlich ist das neue Bold 9900 zwar breiter als die aktuelle Generation, dafür aber deutlich schmäler. Vorteil der neuen Breite: Die einzelnen Tasten konnten vergrößert werden, verglichen mit dem Bold 9700 gewinnt man nahezu seitlich eine komplette zusätzliche Tastenreihe. Damit ähnelt der aktuelle Bold 9900 eher dem Bold 9000, dem ersten Gerät dieser Familie.

Neu und alt: Links der neue Bold 9900, rechts ein Bold 9700
Neu und alt: Links der neue Bold 9900, rechts ein Bold 9700

Die nächste große Änderung gegenüber dem Vorgänger ist der berührungsempfindliche, kapazitive Bildschirm. Die neue Technik nennt sich Liquid Graphics. RIM verspricht sich davon schnellere Reaktionszeiten bei Touch-Eingaben. In Kombination mit der verbauten 1,2-GHz-CPU will RIM ein schnelles Smartphone erschaffen, das sich sowohl per Touchscreen wie auch per Tastatur flüssig steuern lässt. Der Nachteil hierbei: Touchscreens benötigen deutlich mehr Energie, verglichen mit normalen Bildschirmen, dazu kommt die neue CPU. RIM verbaut einen 1230 mAh-Akku, dieser ist kleiner als der des Bold 9700 oder des Torch. Das soll, zumindest laut den Aussagen der RIM, durch eine verbesserte Energieverwaltung ausgeglichen werden.

Der Bold 9900 bietet zudem Unterstützung für Near-Field-Communications. Diese Technologie ist nicht neu, wird aber langsam von immer mehr Smartphone-Herstellern und -Systemen unterstützt. So hat beispielsweise auch Google die NFC-Unterstützung im neuen Nexus S integriert, Apple will laut Gerüchten ebenfalls nachziehen.

Die weiteren Spezifikationen des Smartphones entsprechen dem aktuellen Stand für High-End-Smartphones: Für Daten stehen acht GByte interner Speicher zur Verfügung, per Micro-SD-Karte kann dieser erweitert werden. Auf der Rückseite ist eine Kamera mit fünf Megapixeln angebracht. Zudem sind GPS-Module mit an Bord, ein digitaler Kompass sowie ein Beschleunigungssensor. Im WLAN kann das Gerät per 802.11 b/g/n und im 5 GHz-Netz per 802.11 a/n funken. Zusätzlich steht Bluetooth 2.1 + EDR zur Verfügung, ebenso HSDPA+ für den mobilen Internetzugriff.

Der BlackBerry Bold 9900 wird wahrscheinlich im Sommer verfügbar sein, zu Preisen gibt RIM wie üblich keine Auskunft. Das Smartphone wird zudem einer CDMA-Version verfügbar sein, diese trägt die Versionsnummer 9930.