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Rhodes - native Smartphone-Apps auf Basis von Ruby

11.12.2012 | von 
Diego Wyllie
Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
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Rhodes übersetzt Programmcode für Smartphone-Apps in die jeweilige Zielplattform.
Rhodes
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Foto: Diego Wyllie

Native Smartphone-Anwendungen gelten als leistungsfähiger, schneller und funktionsreicher als Apps, die auf Basis von HTML, CSS und Javascript realisiert werden und im Browser laufen. Auf der anderen Seite sind plattformübergreifende Web-Apps jedoch günstiger zu realisieren. Zum einen verlangen Web-Entwickler in der Regel weniger Geld als ihre Kollegen, die mit Java (Android) oder Objective-C (iPhone) arbeiten. Zum anderen ist der Arbeitsaufwand nicht so hoch wie bei nativen Apps, da die Codebasis wiederverwendet und für verschiedene Zielplattformen optimiert werden kann. Mobile Frameworks wie "Rhodes" versuchen das Beste aus den beiden Welten zu vereinen.

Dabei werden Anwendungen auf Basis von gängigen HTML-Techniken und Ruby realisiert. Beim Deployment wird der Programmcode in die jeweilige Zielplattform nativ übersetzt. Unterstützt werden mit iOS, Android, Blackberry und sowohl Windows Mobile als auch Windows Phone 7 die wichtigsten mobilen Plattformen. Vorteilhaft ist zudem die Tatsache, dass Rhodes stark an dem populären Web-Framework Ruby on Rails angelehnt ist, was den Einstieg für erfahrene Ruby-Programmierer vereinfacht. Beispielsweise lassen sich Benutzeroberflächen mit einem einfachen Terminal-Befehl erzeugen. Dabei werden neben Model- und Controller-Klassen in einer klassischen MVC-Architektur auch entsprechende HTML-Vorlagen automatisch erstellt, die der Entwickler dann nach eigenen Vorstellungen bearbeiten und anpassen kann.

CW-Fazit: Rhodes kombiniert die Vorteile einfacher Web-Entwicklung mit der Leistungsfähigkeit nativer Apps. Wer auf Basis von HTML, CSS, Javascript und Ruby native Smartphone-Apps realisieren möchte, sollte sich das Framework genauer anschauen. (ph)

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TomSawyer
Da Programmierer für native Apps derzeit absolute Mangelware sind, werden Plattformen wie Rhodes immer wertvoller. Meine Erfahrung ist jedoch, dass die Translation in native Apps oftmals sehr unzufriedenstellend erfolgt und mit der Vorlage wenig zu tun hat. Zudem muss berücksichtigt werden, dass die GUIs für z.B. Android und iOS sehr unterschiedlich sind. Hierauf müssen Entwickler achten, um Nutzern von Android-Apps nicht aus Versehen eine eher iOS-lastige GUI zu präsentieren.

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