Karriere machen, aber richtig!

Raus aus der Komfortzone!

Hans Königes
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
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Viele glauben, schnell die Karriereleiter erklimmen zu können, stellen aber nach ein paar Jahren im Berufsleben erstaunt fest, dass dies gar nicht so einfach ist.
Sie sind gut, aber die Karriere stockt? Zu wenig Selbst-Marketing?
Sie sind gut, aber die Karriere stockt? Zu wenig Selbst-Marketing?
Foto: olly/Fotolia.com

Die Zeiten, in denen die "Kaminkarriere", der Aufstieg innerhalb eines Unternehmens am besten vom Trainee bis zum Vorstand, funktioniert hat, sind lange vorbei. Für die potenziellen Leistungsträger heißt dies, sie müssen raus aus der Komfortzone, sich nicht nur auf ihre Leistung konzentrieren, sondern an ihrem persönlichen Reputations-Management arbeiten. Welche typischen Fallen lauern können und wie man sie am geschicktesten umgeht, zeigen die folgenden zwei Beispiele.

Keine Beförderung

Dr. S. kann einen überzeugenden Lebenslauf vorweisen: Er hatte in Frankreich an einer renommierten Universität studiert, dann mit einem Stipendium in Deutschland promoviert und fand schließlich einen qualifizierten Einstieg in einem Großkonzern.

Die Karriere verlief scheinbar reibungslos, die Projektverantwortung wuchs, seine IT-Kenntnisse aktualisierte der Experte regelmäßig. Was jedoch ausblieb, war die Beförderung in eine Führungsposition. Auf die vom direkten Vorgesetzten unterstützte interne Bewerbung erfolgte prompt die Absage, da das Bestehen eines Assessment Center (AC) als Voraussetzung für den Aufstieg galt.

Pflichtbewusst erledigte der IT-Profi das mehrtägige AC, bei dem er feststellen musste, dass die "Mitbewerber" viel jünger waren als er. Er hatte seine Karriere im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen. Während er die ständige Pflichterfüllung im Tagesgeschäft im Blick gehabt hatte, waren andere an ihm vorbeigezogen. Im Coaching untersuchte er andere Arbeitsmärkte als seine Branche, schließlich konnte er vier Sprachen und verfügte über interkulturelle Kompetenz gepaart mit großem Fachwissen.

Arbeit an der Reputation

An seine Reputation, an das Eigen-Marketing, hatte er aber zu wenig gedacht. "Gerade überdurchschnittlich engagierte Experten vergraben sich in ihre Arbeit und reiben sich dafür regelrecht auf", sagt Wolfgang Wagner von der Karriereberatung Bewerber Consult in Frankfurt am Main. Diese Kandidaten bräuchten mehr Selbstvermarktung.

"Immer wieder kommt es vor, dass Vorgesetzte auf Kosten ihrer engagierten Leistungsträger Karriere machen", beobachtet Wagner. Chefs hätten selten ein Interesse daran, dass sich jemand mit mehr Potenzial als sie selbst weiterentwickle. Das erkläre auch, warum eine Beförderung oft mit einem Stellenwechsel verbunden sein sollte.

Der IT-Experte wechselte aber nicht nur die Firma, er legte für sich klare persönliche Ziele fest, die seine öffentliche Sichtbarkeit erhöhten und seine persönliche "Markenbildung" förderten: In der neuen Position hielt er Vorträge auf wichtigen Kongressen und baute sich so ein Netzwerk außerhalb des Unternehmens auf. Anrufe von Headhuntern ließen nicht lange auf sich warten, und er konnte die verpassten Karriereschritte nachholen.

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