Neue Kunden und Märkte

Nokia Siemens übernimmt Teile von Motorola

20.07.2010
Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) kauft Teile des Netzwerkgeschäfts von Motorola. Der Deal hat ein Volumen von 1,2 Milliarden Dollar.

Mit der Akquisition kommt das Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens seinem Ziel, in Nordamerika stärker Fuß zu fassen, etwas näher. Im vergangenen Jahr hatte das deutsch-finnische Gemeinschaftsunternehmen ohne Erfolg für Sparten des kanadischen Ausrüsters Nortel geboten.

Die beiden Unternehmen hätten sich auf einen Preis von 1,2 Milliarden Dollar geeinigt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von NSN und Motorola vom Montag. Nokia Siemens übernimmt mit dem Kauf Kundenbeziehungen zu mehr als 50 Netzbetreibern und kauft sich Marktanteile in den USA und Japan. "Mit der Übernahme bauen wir unsere Präsenz in den Schlüsselmärkten aus", sagte NSN-Chef Rajeev Suri in einer Telefonkonferenz. Er sehe große Zukunftschancen mit dem Motorola-Geschäft.

NSN kauft sich von Motorola auch die Mobilfunktechnologien CDMA und Wimax - das sind Mobilfunkstandards, die unter anderem in den USA genutzt werden und die NSN bislang nicht in seinem Produktportfolio hatte. Der NSN-Manager Bosco Novak verspricht sich davon Neugeschäft, denn CDMA könne in Zukunft auf den Mobilfunkstandard der nächsten Generation Long Term Evolution (LTE) aufgerüstet werden. Wimax wiederum gilt als Konkurrenztechnologie zu LTE und wird in den USA unter anderem vom Kabelnetzbetreiber Clearwire eingesetzt.

Finanziert werde der Kauf aus dem laufenden Geschäft und Krediten, sagte Novak weiter. 7.500 Mitarbeiter von Motorola sollen zu NSN wechseln. Teile des Geschäfts würden integriert: "Wir kaufen zum Beispiel Entwicklungszentren von Motorola, die werden in die Entwicklungsorganisation integriert." Über die Investitionen im laufenden Geschäft hinaus rechnet Novak nicht mit "signifikanten Ausgaben".

Der Netzwerkausrüster NSN leidet unter dem harten Wettbewerb auf dem Ausrüstermarkt und schrieb zuletzt immer wieder rote Zahlen. Auch die Wirtschaftskrise ging nicht spurlos an NSN und Konkurrenten wie Ericsson oder Alcatel-Lucent vorbei. Suri erhofft sich mit der Übernahme Rentabilität und Cashflow zu verbessern. Auch die Anteilseigner Siemens und Nokia, die im vergangenen Jahr je eine Milliarde auf NSN abschreiben mussten, sieht Suri "erhebliche Vorteile".

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