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New York kreist um Linux

01.02.2001
Auf der Linuxworld Expo in New York gibt es jede Menge Neuheiten rund um das Open-Source-Unix, das auch im Unternehmensumfeld längst seinen Siegeszug angetreten hat.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf dem New Yorker Jacob-Javits-Messegelände findet in diesen Tagen die Linuxworld Conference & Expo 2001 statt, auf der sich jede Menge Prominente und Besucher drängeln. Einige Highlights haben wir im Folgenden kurz für Sie zusammengefasst:

Sam Palmisano, President und COO (Chief Operating Officer) von IBM, erklärte Linux in seiner Keynote Ansprache als "tauglich für das echte E-Business, für geschäftskritische Anwendungen". Linux werde auch weiterhin das am schnellsten wachsende Betriebssystem der Welt bleiben. Big Blue setze voll auf Open Source und mach dies auch durch sein finanzielles Engagement in diesem Bereich deutlich (eine Milliarde Dollar in den kommenden drei Jahren).

Unter anderem werde die Telekom-Dienstleistungstochter T-Systems Linux auf einem zServer-Mainframe installieren, um die E-Mail der T-Online-Kunden auf hunderten von Linux-Partitionen zu verwalten.

Sun Microsystems hat zwei zentrale Komponenten seiner kleinsten Java-Varianten J2ME (Java 2 Micro Edition) für Linux-Appliances veröffentlicht. Es handelt sich um die "Connected Device Configuration" (CDC) sowie das "Foundation Profile", ein Set von Programmierschnittstellen zur Anwendungsentwicklung.

Advanced Micro Devices (AMD) zeigt einen Emulator, auf dem Entwickler Anwendungen für den kommenden Itanium-Rivalen "Sledgehammer" auf einem heutigen 32-Bit-Athlon-Rechner simulieren können. Die Linux-Software stammt von der schwedischen Company Virtutech AB.

Direktanbieter Dell wird seine "Poweredge"-Server ab Frühjahr 2001 mit vorinstalliertem "Oracle 9i" für (Red Hat) Linux ausliefern. Dell und Oracle richten überdies ein so genanntes Competence Center ein, in dem interessierte Kunden Linux-Konfigurationen aus Hard- und Software beider Companies kostenlos testen können.

Hewlett-Packard wird in Kürze Linux-Treiber für 44 seiner populären Drucker zur Verfügung stellen. Darüber hinaus wird der Hersteller verstärkt Server und Entwicklungs-Tools anbieten, die sich speziell an Linux-Anwender richten.

IBM hat mit dem "eServer x430" einen 64-Wege-Server für Linux vorgestellt. Es handelt sich dabei um ein Intel-basiertes NUMA-System von Sequent, bei dem das von IBM entwickelte "Linux Application Environment" auf dem "Dynix-PTX"-Unix aufsetzt.

Embedded-Linux-Spezialist Lineo hat eine Kooperation mit Force Computers vereinbart. Beide Companies wollen gemeinsam hochverfügbare Server entwickeln, die vor allen auf den Telco-Markt abzielen. Als Betriebssystem kommt dabei allerdings nicht Lineos eigenes "Embedix", sondern der Red-Hat-Ableger "Availix" zum Einsatz.

Lotus Development hat "Domino Workflow" auf Linux portiert. Die Workflow Engine 2.1.1 läuft auf den Distributionen von Suse, Red Hat, Turbolinux sowie Caldera. Billig ist der Spaß nicht: Die Server-Komponente kostet ab 10.000 Dollar, jeder Nutzer schlägt mit weiteren 60 Dollar zu Buche.

Borland hat sein Entwicklungs-Tool "Kylix" fertig. Dieses soll die Portierung von mit "Delphi" geschriebenen Windows-Anwendungen auf Linux drastisch vereinfachen.

Turbolinux, IBMs US-Partner für den Großrechner-Bereich (in Europa ist Suse zuständig), hat die Verfügbarkeit seiner Distribution 6 für die zServer- und S/390-Mainframes inklusive entsprechender Trainings-, Implementierungs- und Supportangebote angekündigt.