Server-Architektur "X6"

Neue IBM-Lösungen für Cloud Computing, Big Data und Analytics

Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
IBM kündigt zahlreiche System-x- und PureSystems-Systeme mit neuer X6-Server-Architektur an. Zu den Merkmalen der verbesserten x86-Servern zählen ein integrierter Flash-Speicher, modulares Design und eine hohe Verfügbarkeit. Weitere neue Lösungen und Updates offeriert IBM aus den Bereichen Storage, Software Defined Environment und System Networking.

Mit den angekündigten Neuheiten und Erweiterungen signalisiert IBM, dass es trotz vieler Spekulationen an der x86-Sparte festhält und dieser sogar weiter ausbaut. Mit den neuen Produkten adressiert der Hersteller Unternehmen, die zunehmen ihre geschäftskritischen Arbeitsprozesse wie ERP, Datenbanken und Analytik in die Cloud auslagern wollen und nach entsprechenden x86-basierten Lösungen suchen.

Die zahlreichen Neuvorstellungen und Updates umfassen große Teile des Produktangebots von IBM. Dazu gehören System x, PureSystems, Speicherlösungen, und Networking. Dabei offeriert der Hersteller nicht nur neue Hardwaresysteme sondern auch Software.

Die X6-Architektur der neuen x86-Systeme setzt auf die neue Generation der E7-Server-Prozessoren von Intel, die der CPU-Hersteller Ende Februar vorstellen will. Zu den Vorteilen der X6-Genertation gegenüber der X5-Vorgängerarchitektur zählen eine höhere Verfügbarkeit, Leistung und Skalierbarkeit der x86-Server-Systeme. Ermöglicht wird dies durch einen integrierten neuartigen eXflash-Speicher. Dieser DIMM-basierte Storage-Speicher kann bis auf eine Kapazität von 12,8 TByte erweitert werden. Die geringen Latenzzeiten dieses Speichersystems versprechen hohe Schreib-Lese-Geschwindigkeiten, die besonders Storage intensiven Anwendungen, wie Analytik-Programmen, Vorteile bringen.

Zu den weiteren Verbesserungen der X6-Archtektur gehört ein modulares Design, das den Einsatz von verschiedenen CPUs über mehrere Generation hinweg ermöglichen soll. Auch Systemupgrades, Setup-Möglichkeiten und Konfigurationsmechanismen inklusive Lebenszyklusmanagement hat der Hersteller optimiert. Darüber hinaus sind die neuen Systeme mit zahlreichen Features ausgestattet, die vorausschauend Geräteprobleme wie zum Beispiel CPU- und Speicherausfälle erkennen und diese beseitigen. Zusätzlich sollen sogenannte Upward-Integration-Module dem Administrator bei der Systemverwaltung, durch die Nutzung von integrierten Virtualsierungstools, helfen.

Laut IBM sind vorerst nur die Server-Modelle System x3850 X6 mit vier CPU-Sockeln, das System x3950 X6 mit acht Sockeln und den Rechenknoten Flex System x880 aus der PureSystems-Familie mit der neuen X6-Architektur ausgestattet. Die Server-System sollen im zweiten Quartal 2014 verfügbar sein. Der Preis der Geräte soll laut Hersteller auf dem Niveau der X5-Vorgängermodelle liegen.

Eine weitere Neuigkeit ist das Storage-System FlashSystem 840. Das Gerät hat IBM besonders für Anwendungen aus den Bereichen Datenbanken und Analytik, Virtualisierungs-Infrastrukturen und Public- sowie Private Clouds entwickelt. Das 2U-hohe Flash-Array-System unterstützt Kapazitäten bis zu 48 Terabyte und bietet laut Hersteller eine nahezu doppelt so große Bandbreite und Performance im Vergleich zum Vorgänger FlashSystem 820. Neben einer neuen Benutzeroberfläche (Management-GUI) unterstütz das System Hot-Swap-Komponenten und Concurrent-Code-Load, um die Installation und Verwaltung des Gerätes zu vereinfachen.

Darüber hinaus stellt IBM die FlashSystem Enterprise Performance Solution für das FlashSystem 840 und den System Storage SAN Volume Controller(SVC) vor. Die Lösung beinhaltet Datenverwaltungsfunktionen, wie Realtime Compression, Snapshots, Thin Provisioning, FlashCopy oder Speichervirtualisierung.

Neu im IBM Software-Portfolio ist auch der Platform Resource Scheduler für Private- und Hybrid IBM SmartCloud-Kunden aus dem Bereich Software-Defined-Environment (SDE). Das Ressourcenverwaltungstool mit integrierten OpenStack offeriert eine virtualisierte, offene und programmierbare Systemarchitektur. Die Lösung unterstützt den Anwender bei der Verteilung verfügbarer IT-Ressourcen wie zum Beispiel Netzwerkbandbreiten oder Lizenzen.

Zu den weiteren Neuvorstellungen zählen IBM System x Solution forDB2 mit BLU-Acceleration on X6 für beschleunigte Analytik, IBM System x Solution forVMware vCloud Suite on X6 für Infrastructure-as-a-Service-Aufgaben (IaaS) sowie IBM System x Solution for SAP HANA on X6 für Analytik. Darüber hinaus bietet IBM mit dem System Networking RackSwitch G7028 einen Gbit-Data-Center-Switch mit 24 1-Gbit- und bis zu vier 10-Gbit-Ports an.