IT-Managerin fordert

"Männer müssen mutiger werden"

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Teilzeit auch für Männer? Warum nicht, sagt Katrin Jenkins. Die Managerin von DB Systel beweist, dass man in der IT auch mit begrenzter Stundenzahl Karriere machen kann.

Katrin Jenkins studierte Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre Mathematik in Bonn. Während ihrer Diplomarbeit musste sie für einen Teil der Aufgaben auch programmieren und fand Gefallen an dieser Art der Tätigkeit. So war es dann ziemlich naheliegend, dass sie 1992, als sie ihren ersten Job antrat, als Entwicklerin einstieg. Peu a peu kam sie zur Geschäftsprozess-Analyse, übernahm auch die ersten kleinen Projekte, wechselte den Arbeitgeber und landete dann 1996 beim Vorgänger ihres heutigen Arbeitgebers - der Bahn-IT-Tochter DB-Systel, wo sie auch heute noch beschäftigt ist.

Nur kurze Babypause

Nach ersten Projektleiterpositionen stieg Jenkins schnell zur Abteilungsleiterin auf und ist nun in dieser Funktion zuständig für Systemdesign und Customizing. Für den ersten Abteilungsleiterjob wurde sie noch vorgeschlagen. Danach mit zunehmender Selbstsicherheit, wie sie bekennt, bewarb sie sich selbst auf die Führungspositionen, die sie für sich geeignet und interessant fand. Die Mathematikerin hat im Durchschnitt alle drei Jahre ein neues Aufgabenfeld übernommen und so schon mit vielen unterschiedlichen Kunden und Kollegen gearbeitet.

Katrin Jenkins, DB Systel: "Junge Mütter sind besonders engagiert, weil sie sich nichts nachsagen lassen wollen."
Katrin Jenkins, DB Systel: "Junge Mütter sind besonders engagiert, weil sie sich nichts nachsagen lassen wollen."
Foto: DB-Systel

Zwischendurch heiratete sie, ihre Tochter kam zur Welt, die nun zur Schule geht. Sechs Monate nach der Geburt kam sie zurück ins Unternehmen, ihr Mann übernahm das Resthalbjahr Elternzeit. Jenkins beobachtet, dass Frauen in ihrem Unternehmen relativ bald - im Durchschnitt nach etwa einem Jahr nach der Geburt des Kindes - wieder zurückkommen. Sie glaubt, dass dies damit zusammenhängt, dass ihr Arbeitgeber seinen Mitarbeiterinnen attraktive Wiedereinstiegsangebote mache, dass es aber auch daran liege, dass jedem bewusst ist, dass man im schnellebigen IT-Geschäft keine drei Jahre berufliche Pause einlegen kann. DB Systel-Mitarbeiter erwartet nach der Rückkehr ein Arbeitszeitmodell, das ihre Bedürfnisse nach Vereinbarkeit von Familie und Beruf in "ein ausgewogenes Verhältnis" bringt, wie das Unternehmen betont. Zudem lässt die Vertrauensarbeitszeit ein Höchstmaß an zeitlicher Flexibilität zu. "Die jungen Mütter sind besonders engagiert", beobachtet Jenkins, "weil sie sich nicht nachsagen lassen wollen, dass sie ihre Arbeit nicht hinkriegen."