Open-Source- und Linux- Rückblick für Kalenderwoche 22

KDE: Vivaldi-Tablet bald fertig

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Aaron Seigo hat gute Nachrichten bezüglich des lang erwarteten KDE-Tablets. Das Warten hat anscheinend bald ein Ende.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in Kalenderwoche 22. Mark Shuttleworth hat in Launchpad Bug #1 "Microsoft hat den Großteil des Marktes" als erledigt abgestempelt.

Piwik 1.12 bringt Segment-Editor mit sich. Clement Lefebvre hat die Verfügbarkeit von Linux Mint 15 angeküdigt.

KDE-Tablet bald fertig

Nach gewissen Rückschlägen und Verspätungen gibt es nun wieder gute Nachrichten von Vivaldi. Das Gerät könnte in Kürze auslieferbar sein, wie Aaron Seigo berichtet. Zumindest hat man schon mal ein Design unter Dach und Fach, das den Entwicklern selbst gehört. Zwar kann man mit einer Massenproduktion noch nicht ganz beginnen, aber der Großteil der Arbeit ist laut Seigo getan.

Das Vivaldi-Team arbeitet laut eigenen Angaben mit Herstellern aus Europa und Asien. Plasma Active läuft schon, aber man spielt noch mit OpenGL. Weiterhin warten die Entwickler noch auf diverse Treiber. Das SoC PCB wollen die Entwickler nicht nur in Tablet-Form, sondern auch als einzelne Platine verkaufen. Das dürfte vor allen Dingen Bastler interessieren. Sobald die Entwickler bereit sind, wollen Sie Webseite, Spezifikationen und Bestellungen gleichzeitig in Angriff nehmen.

Erledigt: Ubuntus Bug #1

Als Ubuntu im Jahre 2004 gestartet wurde, hat Mark Shuttleworth als Bug #1 eingetragen, dass man die Martk-Dominanz von Microsoft ausbessern müsste. Damals hatte er geschrieben, dass Ubuntu und andere Projekte diesen Missstand auszubessern versuchen.

Nun ist Bug #1 geschlossen. Mark Shuttleworth hat das so begründet, dass Computing heutzutage viel breiter aufgestellt sei. Daran haben vor allen Dingen Smartphones und Tablets einen großen Anteil und hier seien iOS und Android dominant.

Shuttleworth schreibt zwar, dass Android nicht unbedingt das Linux-Betriebssystem seiner Wahl ist. Allerdings rücke das Google-Betriebssystem Open-Source in ein gutes Licht.

Der Ubuntu-Gründer findet auch ein paar warme Worte für Microsoft in Sachen Cloud-Computing. Das IAAS-Team mache einen sehr guten Job und es sei löblich, dass auch Linux-Gäste in Azure problemlos laufen.

Piwik 1.12

Die Open-Source-Webanalyse-Software Piwik 1.12 ist die letzte große Ausgabe der 1.x-Reihe. Nach dieser Ausgabe wird sich das Piwik-Team voll auf Version 2.0 konzentrieren.

Wer Piwiks API benutzt, sollte sich auf jeden Fall die Veröffentlichungs-Hinweise durchlesen. Es gibt zwei Änderungen, die Entwickler unter Umständen in Ihren Programmen berücksichtigen müssen.

Weiterhin gibt es vier große Neuerungen. Zunächst bieten die Entwickler einen Beta-Kanal an. Hier können sich Interessierte bereits die Beta-Ausgabe von Piwik 2.0 herunterladen. Das funktioniert auch direkt von der Piwik-Installation aus.

Weiterhin ist ein Segment-Editor hinzugekommen. Administratoren können Segmenten ansehen, speichern und editieren. Ebenfalls neu ist ein neues Feld bei den Seiten-Berichten. Dieses zeigt die durchschnittliche Ladezeit einer Seite an.

Die letzte große Neuerung ist ein Modul, das bestimmte Geräte-Typen erkennt. Sie bekommen also aufgeschlüsselt, ob die Besucher mit einem Smartphone, einem Tablet oder einem Desktop benutzt haben. Dieses Plugin ist per Standard in Version 1.12 deaktiviert. Sie können es über die Plugin-Seite aktivieren. Sie können die neueste Piwik-Version aus dem Download-Bereich der Projektseite beziehen.

Linux Mint 15 "Olivia"

Das auf Ubuntu 13.04 "Raring Ringtail" basierende Linux Mint 15 gibt es in zwei Ausgaben. Die eine bringt Cinnamon 1.8 und die andere MATE 1.6 als Desktop-Umgebungen mit sich.

Anwender der 32-Bit-Version brauchen einen Prozessor mit PAE. Wer eine ältere CPU ohne diese Funktion benutzt, sollte Linux Mint 13 LTS "Maya" benutzen. Diese Ausgabe wird bis 2017 unterstützt.

Linux Mint 15 unterstützt EFI, aber kein Secure Boot. Wer einen neueren Rechner mit dieser Funktion hat, soll Secure Boot deaktivieren.

Der Anmeldebildschirm lässt sich nun mit HTML5-Themes bestücken. Weiterhin sind die beiden neuen Tools Software Sources und Driver Manager an Bord. Mit ersterem lassen sich die Software-Quellen der Distribution verwalten. Das Tool wurde komplett neu geschrieben. Der Driver Manager hilft Anwendern dabei, proprietäre Treiber zu installieren und zu verwalten. In erster Linie wird das für Anwender von NVIDIA- und AMD-Grafikkarten interessant sein.

Cinnamon 1.8 bringt viele Neuerungen und Verbesserungen mit sich. Anwender können nun komplett auf das GNOME-Control-Center verzichten und alles via Cinnamon-Einstellungen verwalten. Weiterhin gibt es Desktlets, die sich mit Widgets unter Android vergleichen lassen. Ebenso haben die Entwickler Verbesserungen beim Dateimanager Nemo eingepflegt. Unter anderem zeigt eine Liste den noch freien Speicherplatz bei relevanten Symbolen an. Beim Bildschirmschoner können Sie eine Nachricht hinterlassen. So genannte Spices können Sie direkt vom Desktop installieren ein Besuch der Seite cinnamon.linuxmint.com ist nicht mehr notwendig.

Interessierte finden weitere Informationen in den Veröffentlichungs-Hinweisen. Sie können die neueste Version von Linux Mint aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen. (mhr)