Umfrage

IT-Shops werden auf Effizienz getrimmt

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Welche strategischen Ziele verfolgen Unternehmen mit ihren IT-Organisationen? Die Produktivität steigern - und möglichst wenig Kosten verursachen. Ob das gelingt, wissen die wenigsten, denn es wird kaum gemessen.

Als sich im November vergangenen Jahres mehr als 100 IT-Manager und Geschäftsführer in St. Gallen trafen, um sich anlässlich des 3. IT Operations Day zum Thema IT-Controlling schlau zu machen, nutzte der Veranstalter - das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen - die Gelegenheit zu einer Umfrage unter den Anwesenden. Es ging darum herauszufinden, wie sich interne (und zum Teil auch externe) IT-Service-Provider im Sinne ihres Managements aufstellen, um ihre Kunden möglichst perfekt zu unterstützen. Und es ging um die Frage, mit welchen Methoden kontrolliert wird, ob sie ihre Ziele auch erreichen.

IT-Organisationen sind demnach zu allererst in der Pflicht, ihre Leistungen effizient und mit hoher Produktivität zu erbringen. Kostensenkung steht weit oben auf der Prioritätenliste, ebenso der Anspruch, den Überblick über Kosten und Leistungen zu verbessern. Die Umfrageergebnisse sind offenkundig noch von den Eindrücken der zurückliegenden Wirtschaftskrise geprägt. Auch die Zufriedenheit der Kunden gilt als wichtig, tritt aber in ihrer Bedeutung hinter die Kosten- und Effizienzthemen zurück.

Wenige interessieren sich für Green IT

Aspekte wie IT-Sicherheit oder Innovationsfähigkeit sind im Vergleich zur Effizienzbemühung von geringer Relevanz. Noch weniger interessiert das vor kurzem noch hoch gehandelte Anliegen einer ökologisch nachhaltigen IT. Nur 28 Prozent der Befragten priorisieren Green IT, während 36 Prozent hier eher einen geringen oder gar keinen Bedarf sehen.

Thema: Digital Natives

Dabei sein, beim nächsten IT Operations Day!

Am 12. Mai 2011 widmet sich der IT Operations Day - diesmal in Berlin - ganz der Frage, wie die Digital Natives in Zeiten von Social Web, Cloud Computing und Mobility die IT-Organisationen, vielleicht sogar ganze Unternehmen, verändern. "Achtung: Die Digital Natives kommen", lautet der Titel der Veranstaltung.

Für die gewohnt hohe Qualität des IT Operations Day bürgen einmal mehr die Professoren Walter Brenner von der Universität St. Gallen und Rüdiger Zarnekow von der TU Berlin mit ihren guten Namen. Sie haben mehr als ein Auge darauf, dass sich der IT Operations Day ganz auf praktische Fragestellungen im IT-Dienstleistungsbereich konzentriert. Angesprochen sind Fach- und Führungskräfte aus dem Informations-Management und der Informatik. Mehr Informationen hier!

Gäste, die schon am Vorabend anreisen möchten, haben Gelegenheit, im Rahmen einer lockeren Abendveranstaltung einige "Legenden der CIO-Szene" kennenzulernen. Höhepunkt dieses Abends dürfte eine Podiumsdiskussion zum Thema: "Mythen, Fakten und Hypes - woran glauben IT-Entscheider noch?" werden.

Wenn von der Strategie der internen oder externen IT-Produktion die Rede ist, stellt sich die Frage, ob diese überhaupt jemals im Detail formuliert wurde - und wenn ja, von wem. Die Umfrage zeigt, dass in lediglich 39 Prozent der Fälle die strategischen Ziele der IT-Organisation mehr oder weniger klar herausgearbeitet werden. Diese Ziele - mehrheitlich also eher vage formuliert - werden immerhin in 64 Prozent der Fälle unternehmensweit kommuniziert. Für ihre Definition fühlt sich in der Regel das Topmanagement zuständig.

Eckdaten

Zur Erhebung

An der Veranstaltung IT Operations Day 2010 nahmen über 100 Besucher teil, darunter IT- und Business-Manager aus Unternehmen wie Daimler, BMW, EADS, Lufthansa, HUK Coburg, SAP, T-Systems und anderen. Insgesamt 42 von ihnen beteiligten sich an der ausführlichen Umfrage. Diese stellt somit eine aussagekräftige, aber nicht repräsentative Momentaufnahme zum Status quo in Sachen IT-Controlling dar. Mitarbeiter aus IT-Abteilungen und dem Top-Management waren mit 42 beziehungsweise 44 Prozent in etwa gleich stark beteilgt.

Mit der Erfolgsmessung ihrer IT-Produktion nehmen es die Unternehmen meistens noch nicht so genau: 46 Prozent der Befragten sagen, bei ihnen werde gemessen, ob die strategischen Ziele der IT-Produktion erreicht würden, 26 Prozent haben dazu keine Meinung und 28 Prozent glauben eher, dass Messungen die Ausnahme sind oder gar nicht stattfinden. In den meisten Fällen wird die Qualität (71 Prozent) und die verkaufte Menge eines IT-Produkts (74 Prozent) ermittelt, auch das Volumen der bereitgestellten IT-Ressourcen (interne und externe IT-Mitarbeiter) wird von 64 Prozent der Befragten erhoben.