Flexibel sein ist alles

IT-Karriere besser ohne Plan

14.11.2009 | von Svenja Hofert
In der IT sind Berufswege unkalkulierbar geworden. Deshalb empfiehlt es sich, mehr der eigenen Nase als den Massentrends zu folgen.

Der Wert von IT-Kenntnissen steigt und sinkt wie Aktienkurse an der Börse. Gerade waren Web-Designer völlig out, nun sind sie wieder gesucht. Gestern waren SAP-Modulkenntnisse der "Karrierebringer", heute nicht mehr uneingeschränkt. Was langfristig gefragt sein wird, weiß niemand genau. Wird SAP 2025 zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft sein, weil es ein viel einfacheres und besseres System gibt? Das wäre schlecht für SAP-Berater und gut für alle, die auf das neue System gesetzt haben, als es noch kein Massentrend war. Der Arbeitsmarkt, vor allem in der IT, verändert sich rasant, was gerade Berufseinsteiger spüren. Über 90 Prozent der Neueingestellten 2009 soll eine renommierte Beratungsfirma noch in der Probezeit wieder rausgekickt haben.

"Ich möchte die Sicherheit, dass die nächste Entscheidung richtig ist", sagt ein Informatiker. Mit der Unsicherheit steigt auch das Bedürfnis nach Karriereplanung: Wie sieht meine Karriere aus mit 30, 40 Jahren? Spezialist oder Generalist? Methoden- oder Fachwissen? Führungsposition oder Freiberufler?

Es lebe die Veränderung?

Zu viele orientieren sich an den Mustern von gestern. Die Regel, dass man sich mit 40 Jahren dauerhaft etabliert haben muss, gilt nicht mehr. Auf seinem Wissen ausruhen kann sich niemand mehr, Veränderung ist Karrieremotor Nummer eins. Auch die so genannte Kaminkarriere mit stetiger Beförderungen in ein und demselben Unternehmen gibt es kaum noch. Und wenn doch, so endet sie oft abrupt - siehe als aktuelles Beispiel das Unternehmen Quelle.

Gerade Wege zum Ziel gibt es heute nicht mehr. Quelle: Fotolia, D. Houben
Gerade Wege zum Ziel gibt es heute nicht mehr. Quelle: Fotolia, D. Houben
Foto: Fotolia, D. Houben

Bestenfalls eine kurze Zeit ist überschaubar. Kommt, bleibt oder geht ein IT-Thema? Das ist oft schwer zu sagen, wie die turnusmäßig totgesagte Programmiersprache Cobol zeigt. Skills vorausschauend anpassen und entwickeln ist das Erfolgsrezept. Wenn ein Thema "out" ist, muss man sich ein neues erschließen - oder Manager werden. Ein Allheilmittel ist auch das nicht, denn die Luft nach oben wird dünner. Bei jeder Umstrukturierung fallen Hierarchieebenen weg.

Die Lösung liegt in der schlauen und umfassenden Analyse und damit verbundenen kurzfristigen und flexiblen Entscheidung. Mehrere Job- und Berufswechsel sind normal in Zeiten, in denen fast jedes zweite Beschäftigungsverhältnis eine Befristung hat. Bewerber, die mit 39 zehn Berufsstationen hinter sich haben, und 45-Jährige, die sich für ein zweites Studium entscheiden, sind keine Exoten mehr, sondern können dadurch Erfolg und berufliche Zufriedenheit erlangen - wenn sie eigenen Interessen folgen. Das Prinzip der Gefragten ist, dass sie wenig Konkurrenz bei guter Nachfrage haben. Wenig Konkurrenz bedeutet aber, dass man Dinge anders gemacht haben muss als die Masse.

Newsletter 'Job+Karriere' bestellen!