IT zwischen Standardisierung und Spezialisierung

IT im Auto braucht neue Kompetenzen

Hartmut Lüerßen ist Partner der Lünendonk GmbH. Die Marktanalyse- und Beratungsschwerpunkte von Hartmut Lüerßen sind Digitalisierung, Trends in der IT-Beratung sowie IT-Service, Engineering Services und Personaldienstleistungen.
IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen stehen in der Automobilindustrie vor Herausforderungen: Der Technologiewandel verlangt neue Strategien und Konzepte für zukünftiges Wachstum.
Foto: Ford

Für die deutsche Automobilindustrie waren die letzten drei Jahre mehr als turbulent: Nach einem Pkw-Absatz in Höhe von rund 3,1 Millionen im Jahr 2008 stiegen die Fahrzeugverkäufe infolge der Abwrackprämie 2009 auf nahezu 3,8 Millionen an. Im Jahr darauf gingen die Absatzzahlen jedoch zurück auf 2,9 Millionen Fahrzeuge. Einer Studie der Universität Duisburg-Essen zufolge werden die Automobilhersteller (OEMs) 2011 etwa 3,15 Millionen Pkws in Deutschland verkaufen.

Die hohen Absatzzahlen zwischen 2000 und 2008 mit durchschnittlich 3,3 Millionen Fahrzeugen werden demnach nicht wieder erreicht. Trotzdem soll der Markt 2012 leicht auf 3,2 Millionen Pkws zunehmen und damit den Höchststand nach der Krise erreichen. Mittel- und langfristig dürfte der Automobilabsatz in Deutschland angesichts struktureller und konjunktureller Veränderungen jedoch schrumpfen, bis zum Jahr 2015 circa auf 3,1 Millionen Fahrzeuge.

Es herrscht ein Verdrängungswertbewerb. Die IT muss dabei den Spagat bewältigen zwischen kontinuierlicher Konsolidierung und Steigerung der Automatisierung im operativen IT-Betrieb einerseits und der Rolle als Enabler für Innovationen in den Geschäftsmodellen der Automobilhersteller andererseits. Im Mittelpunkt steht dabei das vernetzte Auto, das sich zukünftig auch über Services definieren soll.

Dabei weichen die Grenzen zwischen der klassischen Prozess-IT und der Produkt-IT, die sich um die Fahrzeugentwicklung und das Engineering kümmert, spürbar auf.