Web

Schutz der Privatsphäre

Internet Explorer 8 wird zum Schrecken des E-Commerce

Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
Kein Open-Source-Browser, sondern der Internet Explorer aus dem Hause Microsoft implementiert die stärksten Funktionen zum Schutz der Privatsphäre. Die blockieren nicht nur Web-Analyse-Tools, sondern alle Formen von Syndizierung und zusammengesetzten Anwendungen.

Während bei der Beta 1 die verbesserte Standardkonformität des Internet Explorer 8 im Mittelpunkt stand, sorgt die eben erschienene Beta 2 mit neuen Funktionen gegen die Ausspähung von Surfern für Aufregung. Bereits die Entscheidung, einen Schlussstrich unter die eigenwilligen Implementierungen von gängigen Web-Techniken zu ziehen und Web-Seiten per Voreinstellung nach den Vorgaben des W3C zu interpretieren, bleibt nicht ohne Konsequenzen für Benutzer und Website-Betreiber.

Microsoft selbst bereitet seine Website für den IE 8 vor, indem sie in den Kompatibilitätsmodus des IE-7 geschaltet werden.
Microsoft selbst bereitet seine Website für den IE 8 vor, indem sie in den Kompatibilitätsmodus des IE-7 geschaltet werden.

Neben dem Aufwand, den der späte Schwenk von Microsoft in Richtung offener Standards verursacht, droht der Web-Wirtschaft weiteres Ungemach durch den jüngsten Browser aus Redmond. Neue Funktionen unter der Bezeichnung "InPrivate" soll die Privatsphäre des Benutzers gegen wissbegierige Anbieter von Online-Diensten und kommerzieller Sites schützen.

Das im Web auch als "Porno-Modus" verspottete Feature versammelt eine Reihe von Mechanismen, die teilweise in der Vorgängerversion beziehungsweise in Konkurrenzprodukten vorhanden sind. Dazu zählt etwa, dass Cookies nach dem Ende der Sitzung gelöscht oder der Cache und die Historie auf Knopfdruck geleert werden. Aber das pauschale Tilgen aller Internet-Spuren hat den Nachteil, dass damit auch nützliche Informationen verloren gehen.