Intel erwartet Erfolg bei Handyprozessoren - Branchenkenner zweifeln

10.04.2008
Intel-Chef Paul Otellini verspricht sich einen großen Erfolg durch den Wiedereintritt ins Geschäft mit Mobilprozessoren. Da Computer und Telefon immer stärker verschmelzen, würden Intel-Prozessoren verstärkt in hochpreisigen, Internet-fähigen Endgeräten zum Einsatz kommen. Branchenkenner räumen dem weltweit größten Halbleiterhersteller nur geringe Chancen ein.

Intel-Chef Paul Otellini verspricht sich einen großen Erfolg durch den Wiedereintritt ins Geschäft mit Mobilprozessoren. Da Computer und Telefon immer stärker verschmelzen, würden Intel-Prozessoren verstärkt in hochpreisigen, Internet-fähigen Endgeräten zum Einsatz kommen, so Otellini in einem Gespräch mit der "Financial Times". Bislang spielt der weltgrößte Halbleiterkonzern bei Handyprozessoren keine große Rolle. Das werde sich aber ändern, sagte Otellini.

Intel hatte auf der CeBIT in Hannover mit dem Referenzmodell "Atom" eine neue Prozessorgeneration für mobile Internet-Geräte angekündigt. Vor zwei Jahren noch hatte es so ausgesehen, als würde Intel sein Interesse am Mobilfunksektor verlieren. Damals verkaufte der Konzern sein Geschäft mit Handychips. Angesichts des gewaltigen Handymarkts mit Stückzahlen weit höher als bei Computern erfolgt der Wiedereintritt.

Zudem verschwimmen laut Otellini die Grenzen zwischen den Geräten. "Laptops werden kleiner, Telefone werden klüger. Da fällt es schwer zu sagen, was ein Laptop ist und was ein Telefon", sagte Otellini. "Man muss sich heutzutage nur das iPhone ansehen, um zu erkennen, in welche Richtung sich die Branche entwickelt. In zehn Jahren wird jedes Telefon wie ein iPhone sein". Intels Zielgruppe beschränke sich derzeit auf die oberen 10 bis 20 Prozent, bei denen es sehr um Internet-Fähigkeit geht.

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