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IBM kündigt "AS/400-Mainframe" an

29.04.2002
IBM hat seine iSeries-Linie um ein Highend-System ausgebaut. Mit dem neuen 32-Wege-Server "i890" auf Basis der Power-4-Architektur wendet sich Big Blue an getreue AS/400-Anhänger, die den Mittelstandsschuhen langsam entwachsen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM hat seine iSeries-Linie um ein Highend-System ausgebaut. Mit dem neuen 32-Wege-Server "i890" auf Basis der Power-4-Architektur wendet sich Big Blue an getreue AS/400-Anhänger, die den Mittelstandsschuhen langsam entwachsen. "Im Maximalausbau gehört das neue System absolut zur Mainframe-Klasse", beschreibt Uwe Witalski, Marketing-Manager für IBMs iSeries in Deutschland, das neue AS/400-Flaggschiff. Für die klassischen Mittelständler, die ihre iSeries-Systeme bislang vorrangig für die Transaktionsverarbeitung einsetzt hätten, gelte es durch die Entwicklung neuer Softwaretechnologien inzwischen ganz andere Workloads zu bewältigen als bisher. "Viele der bisherigen Highend-Maschinen stehen mittlerweile in Datenzentren, darüber hinaus sind die Anforderungen etwa an die Datenbanken in den letzten zwei Jahren drastisch gestiegen", erklärt der IBM-Marketier den Bedarf an

leistungsstärkeren iSeries-Modellen.

Der Neuzugang lässt sich mit bis zu 256 GB Hauptspeicher sowie 72 Terabyte Plattenspeicher bestücken und kann maximal 32 auf 1,3 Gigahertz getaktete Power-4-Prozessoren beherbergen. Dank der hohen Kompaktdichte (174 Millionen Transistoren) von Big Blues jüngster Prozessorgeneration, die damit in der iSeries ihr Debüt gibt, soll der i890 die nahezu doppelte Rechenleistung wie sein 24-Wege-Vorgänger "i840" bieten. So habe der Highend-Neuling bei der Messung der mittelstandspezifischen CPWs (CPW = Commercial Processing Workloads) mit einem Wert von 37.400 aufwarten können, während es die i840 lediglich auf 20.200 CPWs bringe, erklärt der IBM-Marketier den Leistungssprung.

AIX auch für die I-Series

Der AS/400-Neuling unterstützt als Einzelsystem bis zu 32 dynamische, logische Partitionen (LPARs) unter OS/400 und Linux. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll jedoch auch IBMs hauseigenes Unix-Betriebssystem AIX in Partitionen der OS/400-Server zum Zuge kommen. "Das Ziel ist eine Multiplattform-Maschine, die die drei Betriebssysteme OS/400, Linux und AIX gemeinsam und in unterschiedlichen Partitionen nativ fährt und Windows über externe Anwendungen integriert", erklärt IBM-Sprecher Hans-Jürgen Rehm Big Blues Konsolidierungspläne. Ansatzweise stehe diese Plattform allerdings schon jetzt zur Verfügung, so Marketing-Manager Witulski. So habe man bereits Teile der AIX-Betriebssystem-Funktionen - beispielsweise den "Dynamic Name Server" (DNS) - direkt übernommen und lasse ihn über "PASE“ (Portable Application Solution Environment), eine Art Runtime-Umgebung für AIX-Programme, auf AS/400-Systemen laufen. Via PASE soll sich künftig auch der

"Tivoli Storage Manager Version 5" mit der iSeries-Plattform verstehen.

Mit der Markteinführung des i890 stellt IBM auch die neue Version 5.2 seines iSeries-Betriebssystems OS/400 vor. Laut Witulski konzentrieren sich die Neuerungen des jüngsten Release auf die Bereiche System-Management und Datenbank - insbesondere, "um die Leistung im SQL-Umfeld zu verbessern sowie die Affinität zu IBMs DB2-Datenbank zu vertiefen". Ferner sei die Administrationsoberfläche des Betriebssystems, der "Operations Navigator", über den sich beispielsweise Partitionen einrichten lassen, aber auch das Platten-Management abgewickelt wird, stark überarbeitet worden.

IBMs Eliza - Bin ich da schon drin?

Mit dem neuen Modell wurde die iSeries auch gleich mit den frischesten Zutaten aus IBMs "Eliza"-Küche angereichert: Erstmals verfügbar auf dem i890 ist beispielsweise die EIM-Technik (Enterprise Identity Mapping). Letztere ermöglicht dem Anwender laut Witulski ein Single-Log-in an einem System innerhalb des Firmennetzes, über das er gleichzeitig in allen anderen Anwendungen, die eine Authentifizierung erfordern, angemeldet wird.

Darüber hinaus hat IBM sein Angebot "Capacity-Upgrade on Demand“ erweitert. Bislang lediglich für den i840 verfügbar, gilt die Option der schrittweisen Freischaltung von CPUs je nach Bedarf an Rechenleistung - außer natürlich für das neue Flaggschiff - nun auch für die nächstkleinere Plattform "i830". Zusätzliche Flexibilität bietet die Möglichkeit, statt mehrerer Prozessoren auf einmal auch einzelne CPUs zu aktivieren.

Mit der Auslieferung des i890 will IBM am 14. Juni beginnen. Die Preise für den AS/400-Boliden liegen derzeit noch nicht fest, werden laut Witulski - für die Basiskonfiguration - jedoch voraussichtlich bei 500.000 bis eine Million Euro liegen. (kf)