ODCA wächst rasant

Großkonzerne organisieren die Cloud

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Die Open Data Center Alliance (ODCA), in der sich viele große Anwenderunternehmen treffen, will Einfluss auf Cloud-Standards und Märkte nehmen.

Erst vor einem Jahr gegründet, zählt die ODCA bereits mehr als 300 Mitglieder, darunter zahlreiche Großkonzerne. Das IT-Investi¬tionsvolumen aller beteiligten Firmen liegt bei über 100 Milliarden Dollar. Die CW-Schwesterpublikation "Computerworld” war bei der konsti¬tu¬ie¬ren¬den Pressekonferenz der ODCA dabei. Dort bezeichnete Andrew Stokes, Chief Infrastructure Architect der Deutschen Bank, die Allianz als "Stimme der Enterprise-Kunden”.

Ordnung in der Wolke

Neben den Frankfurter Bankern sind auch Konzerne wie BMW, die Finanzdienstleister von JPMorgan Chase, die Hotelkette Marriott International und der Energiekonzern Shell an Bord. Gemeinsam wollen sie Anbieter von Virtualisierungs- und Cloud-Lösungen dazu zu ermuntern, einheitliche Praktiken für das Management von Cloud-Umgebungen zu etablieren. Außerdem will die User Group generell mehr Transparenz bezüglich der Cloud-Angebote durchsetzen. In der Gruppe sollen beispielsweise Metriken festgelegt werden, anhand derer sich Cloud-Angebote verschiedener Provider vergleichen lassen.

Die Macher der User Group

Das Steering Committee der ODCA

  • BMW

  • Capgemini

  • China Life

  • China Unicom

  • Deutsche Bank

  • JPMorgan Chase

  • Lockheed Martin

  • Marriott International

  • National Australia Bank

  • Terremark

  • Disney Technology Solutions and Services

  • UBS

Die Vertreter der ODCA legen Wert auf die Feststellung, dass ihre Anwendervereinigung nicht zu den User Groups gehöre, die "mit einem Big Bang im Markt erscheinen, um dann ebenso schnell wieder zu verschwinden". Es gelte, dauerhaft engagiert und aktiv zu bleiben, denn die Geschwindigkeit, in der Public- und Private-Cloud-Initiativen auf Unternehmen zukämen, sei um ein Vielfaches höher als es die gegenwärtigen Wachstumsprognosen für den Cloud-Markt vermuten ließen.

Der Anwenderallianz zufolge erwartet bereits fast die Hälfte ihrer Mitglieder, dass ihre internen IT-Systeme binnen zwei Jahren zu mindestens 40 Prozent in Cloud-Umgebungen betrieben werden.

Auch dabei: HP, VMware, CA

Seitens der Hersteller haben - neben Intel in der Rolle eines Technical Advisor - Anbieter wie Hewlett-Packard, Computer Associates und VMware ihre Unterstützung zugesagt. Sie wollen ihre Produkte und Strategien besser mit den Kundenwünschen in Einklang bringen, offene Standards voranbringen und sich um die Interoperabilität ihrer Angebote bemühen.

Die Open Data Center Alliance will auch die verschiedenen Standardisierungsbemühungen rund um Cloud Computing harmonisieren. So arbeitet sie etwa mit der Cloud Security Alliance und anderen Gruppen zusammen. Dennoch gibt es weiterhin einige andere unabhängige Organisationen, die sich ebenfalls um Cloud-Standards bemühen. Darunter befindet sich beispielsweise das von IBM unterstützte Cloud Standards Customer Council. (hv)