Enterprise Mobility Management

Good Technology streicht mehr als 100 Stellen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Presseberichten zufolge hat der EMM-Spezialist Good Technology mehr als 100, möglicherweise sogar bis zu 140 Mitarbeiter entlassen. Wenn die Gerüchte stimmen, würde dies angesichts einer Belegschaft von gerade einmal rund 1000 Köpfen einen deutlichen Einschnitt bedeuten.
Foto: Good

Update: Stellungnahme von Good Technology

Mit Container-Lösungen für den Schutz geschäftskritischer Daten auf Smartphones (Good for Enterprise) groß geworden, ist Good mittlerweile einer der führenden Anbieter für Enterprise-Mobility-Management-Systeme. Die in diesem Bereich stattfindende Marktkonsolidierung geht allerdings auch an der bereits 1996 gegründeten Company nicht ungestört vorbei. So gehen Experten davon aus, dass der Markt trotz aktuell starker Nachfrage längerfristig nur Platz für einige wenige Spezialisten bietet und ein Großteil des Bedarfs für übergreifende Lösungen bedient wird.

Nachdem mit Zenprise (Citrix), Fiberlink (IBM) und AirWatch (VMware) in der vergangenen Zeit bereits drei wichtige Anbieter von größeren IT-Firmen übernommen wurden, stehen die verbleibenden unabhängigen Player der ersten Reihe daher zunehmend unter Druck. Good Technology hatte bereits im Mai 2014 Börsenpläne geschmiedet, den Nasdaq-IPO später jedoch wegen der schlechten Marktentwicklung bei Technologie-Aktien vorübergehend wieder auf Eis gelegt. Stattdessen sicherte sich die Company aus Sunnyvale, Kalifornien, im September 2014 in der mittlerweile sechsten Finanzierungsrunde weitere 80 Millionen Dollar von Investoren.

Wie eine Quelle gegenüber Techcrunch berichtete, soll ein von den Investoren offenbar gefordertes "Right-Sizing" des Unternehmens nun auch der Auslöser für die berichteten Entlassungen sein. Betrachtet man die Umsatz- und Ergebnisentwicklung gibt es dagegen wenig zu beanstanden: Wie aus dem im Dezember 2014 aktualisierten Börsenprospekt hervorgeht, konnte der EMM-Anbieter seinen Umsatz in den ersten drei Monaten 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund ein Drittel auf 152, 7 Millionen Dollar (davon 57 Millionen Dollar wiederkehrend) steigern und den Verlust von 91 auf 74 Millionen Dollar reduzieren. Etwas Kopfzerbrechen könnten den Investoren jedoch die - trotz Geldspritze - etwas knappen Barreserven von knapp 39 Millionen Dollar bereitet haben.

Aus Sicht eines weiteren Teccrunch-Informanten stecken die Probleme von Good jedoch tiefer: So sei die Company in den Jahren 2007 bis 2010 sehr stark gewesen, insbesondere bei Finanzdienstleistern und hätte große Erfolge verzeichnet, als Unternehmen von Blackberrys auf iOS- und Android-Geräte oder Windows Phones wechselten. Inzwischen, so die mit dem EMM-Markt gut vertraute Quelle, habe dieser Effekt nachgelassen und Good verliere eine Menge von Kunden an die Konkurrenz.

Good-CEO Christy Wyatt: 2014 war das stärkste Jahr in der Firmengeschichte
Good-CEO Christy Wyatt: 2014 war das stärkste Jahr in der Firmengeschichte
Foto: Good Technology

Update: Inzwischen hat sich auch Good Technology in einer Stellungnahme, die auch an die COMPUTERWOCHE ging, zu den berichteten Stellenstreichungen geäußert. Good-Chefin Christy Wyatt bestätigte darin, dass das Unternehmen nach der vorangegangenen Übernahme von drei Firmen in 2014 (Fixmo, BoxTone und Macheen) bestimmte Abteilungen und Funktionen restrukturiert habe. Dabei habe es um die übliche Vorbereitung für höhere Profitabilität und agressives Wachstum gehandelt. Als Resultat sei Good nun besser denn je für die Führungsposition im Bereich Sichere Mobilität aufgestellt.

Gleichzeitig betonte Wyatt, 2014 sei das stärkste Jahr in der Firmengeschichte und das Schlussquartal das bislang beste Quartal gewesen. Good habe mehr Innovation denn je geliefert und den Grundstein dafür gelegt, dass Good Dynamics in der Industrie der De-Facto-Standard für eine Cloud-basierende Mobile Plattform werde, und die Führungsposition bei Fortune-100-Unternehmen und in der Partnerlandschaft zementiert.